Ranke, schwanke Haselruten lassen sich gut selber ziehen:
Im Herbst oder zeitigen Frühjahr Steckhölzer nehmen (3 Augen), mit Bewurzelungspulver einstäuben und der Reihe nach ins vorbereitete Beet stecken. Feucht halten. Nach dem Bewurzeln auf 1m Abstand ausdünnen/verpflanzen. 1 - 2 Jahre in Ruhe lassen. Ab dem 2 - 3. Jahr jährlich im Herbst fast bis zum Boden zurückschneiden.
Auf diese Weise wird die Pflanze gezwungen, laufend Schößlinge zu produzieren. Von diesen läßt man aber nur die besten stehen, und hindert diese - wenn nötig - durch Ausbrechen der Seitenknospen an der Verzweigung.
Das ist ziemlich sadistisch gegenüber der Pflanze, aber Gärtner sind halt so.

Immer noch besser als Bonsais züchten.
Ebenso lassen sich die Weiden - Arten (Salix sp.) und der Korb-Hartriegel (Cornus sericea) ziehen.
Für harte Rohrstöcke denke ich außerdem an:
- Blutroter Hartriegel (Cornus sanguinea)
- Kornellkirsche (Cornus mas)
Das Holz der Hartriegelarten wurde und wird für Drechslerarbeiten verwendet. Es ist außerordentlich hart (Name!) und splittert kaum. Es sind häufige Sträucher, Google hat bestimmt Bilder davon.
Noch etwas härter wäre das Holz der Pfaffenhütchen-Arten (Euonymus sp.). Leider ist das Holz dieser Pflanzen stark giftig. Bei der Verarbeitung sollte man Handschuhe und ev. Mundschutz tragen (keinen Holzstaub einatmen!!!) , nachher muss der Stock unbedingt lackiert oder mit Gummi überzogen werden. Mit Leder umflochten gibt Pfaffenhütchen sehr harte Gerten.
Ah ja, und dann wäre da noch der Götterbaum (Ailanthus altissima). Junge Bäume produzieren Fiederblätter von bis zu 1m Länge. Die Fiederblättchen weden abgestreift, dann kann man den Rest wie eine (ziemlich schmerzhafte) Gerte verwenden.
Der Götterbaum ist giftig, ebenso der ähnlich aussehende Essigbaum. Hautverletzungen würde ich vermeiden, bei Allergikern auch direkten Hautkontakt mit dem Pflanzensaft.
lg, die Hagazussa