Haselnussruten

king
Gestern war ich Kastanien lesen,bei der Gelegenheit hab ich wie jeden Herbst ein paar Haselnuss-Schüsse geschnitten. So 8-10 mm dick und
80-100 cm lang. Ich suche Austriebe die aus einem anderen Ast wachsen so bekomme ich ein dickes Ende ,das ich nach dem trocknen
"künstlerich " gestalten werde.Foto folgt.Ich bevorzuge leicht gebogene Formen. Nach dem schneiden gleich entrinden und nach 2 Wochen sauber verschleifen besonders die Spitze abrunden.Mit neo-Balisto mehrmals einölen. Ist "schärfer" als ein Rohrstock.
holzwurm
Ich habe auch ein paar mal die Haselnussruten verwendet. Mit Leinöl behandelt haben die echt gute Dienste geleistet.
Ob die mehr beißen, kann ich nicht sagen. Ich denke mal, dass der Durchmesser eher eine Rolle spielt, als das Material.
Die höhere Bruchgefahr hat mich aber auf den Rohrstock kommen lassen. Der wird bei uns aber auch nur selten eingesetzt.

holzwurm
DomDeCologne
Ich mag sie auch, die Haselnussruten, verwende sie aber eigentlich nur als mehr oder weniger ständig und überall verfügbare Einwegartikel.

Ist man unterwegs, kann man bei jedem Spaziergang, fast auf jedem Autobahnparkplatz welche finden.

Getrocknet sind sie dann aber doch recht spröde, und ich bin zu spontan, um "vorher" eine Wässerungszeremonie in der Badewanne abzuhalten.

Besides: Habt ihr schon mal Eberesche oder Flieder ausprobiert? Fest und sehr elastisch. spank
saubear
Selber habe ich noch nicht ausprobiert-würde Hainbuche nehmen-die sind sehr zäh und werden als Griffe für <Steinschlägel verwendet!
Die splittern nicht!
Selber mag ich lieber Peitschen

Gruß Rudi
Hagazussa
Ranke, schwanke Haselruten lassen sich gut selber ziehen:
Im Herbst oder zeitigen Frühjahr Steckhölzer nehmen (3 Augen), mit Bewurzelungspulver einstäuben und der Reihe nach ins vorbereitete Beet stecken. Feucht halten. Nach dem Bewurzeln auf 1m Abstand ausdünnen/verpflanzen. 1 - 2 Jahre in Ruhe lassen. Ab dem 2 - 3. Jahr jährlich im Herbst fast bis zum Boden zurückschneiden.
Auf diese Weise wird die Pflanze gezwungen, laufend Schößlinge zu produzieren. Von diesen läßt man aber nur die besten stehen, und hindert diese - wenn nötig - durch Ausbrechen der Seitenknospen an der Verzweigung.
Das ist ziemlich sadistisch gegenüber der Pflanze, aber Gärtner sind halt so. Augenzwinkern Immer noch besser als Bonsais züchten.

Ebenso lassen sich die Weiden - Arten (Salix sp.) und der Korb-Hartriegel (Cornus sericea) ziehen.

Für harte Rohrstöcke denke ich außerdem an:
- Blutroter Hartriegel (Cornus sanguinea)
- Kornellkirsche (Cornus mas)
Das Holz der Hartriegelarten wurde und wird für Drechslerarbeiten verwendet. Es ist außerordentlich hart (Name!) und splittert kaum. Es sind häufige Sträucher, Google hat bestimmt Bilder davon. smile

Noch etwas härter wäre das Holz der Pfaffenhütchen-Arten (Euonymus sp.). Leider ist das Holz dieser Pflanzen stark giftig. Bei der Verarbeitung sollte man Handschuhe und ev. Mundschutz tragen (keinen Holzstaub einatmen!!!) , nachher muss der Stock unbedingt lackiert oder mit Gummi überzogen werden. Mit Leder umflochten gibt Pfaffenhütchen sehr harte Gerten.

Ah ja, und dann wäre da noch der Götterbaum (Ailanthus altissima). Junge Bäume produzieren Fiederblätter von bis zu 1m Länge. Die Fiederblättchen weden abgestreift, dann kann man den Rest wie eine (ziemlich schmerzhafte) Gerte verwenden.
Der Götterbaum ist giftig, ebenso der ähnlich aussehende Essigbaum. Hautverletzungen würde ich vermeiden, bei Allergikern auch direkten Hautkontakt mit dem Pflanzensaft.

lg, die Hagazussa