Datenbankeintrag: Metall polieren

mr-hyde
Da ich es eigentlich mag wenn Sachen glänzen, muss ich immer mal wieder was polieren.

Leider, ist das gar nicht so einfach un schnell erledigt, wie es auf den ersten Blick aussieht. Deshalb hier eine kleine Anleitung am Beispiel eines Edelstahl Dildos:
Wir benötigen:
  • Nass-Schleifpapier
  • eine Bohrmaschine - am besten mit Drehzahlregelung
  • einen Halter oder Ständer für die Bohrmaschine
  • Polierwachs und Polierscheiben


1. Am Anfang schleifen wir unser Werkstück per Hand ordentlich, gleichmäßig und immer in eine Richtung oder dann quer dazu. Keinesfalls kreisen!.
Deshalb kann man das mit Schleifmaschinen nicht machen.
Je nach dem wie die Oberfläche aussieht, kann man mit 200er / 400 er Körnung beginnen und je nach dem welches Ergebnis erzieht werden soll bis mindestens 600 besser 800 /1000er Körnung in 200er Schritten durchschleifen.

Das Ergebnis sollte dann einen gleichmäßigen matten Glanz haben wie die Kugel in Bild 01. Das Rohr wurde zu früh mit feinen Papier geschliffen, und weist deshalb noch feine Muster seiner alten gebürsteten Struktur auf (was in diesem Fall aber beabsichtigt war) .
Abspülen und trocknen!

2. Das eigentliche Polieren. Die meisten Sets, die man im Baumarkt oder Motoradzubehörläden kaufen kann funktionieren auf dem System, das 2 verschiedene Polierwachse verwendet werden.
Das erste poliert gröber (bei mir braun) das zweite feiner (bei mir weiß).

Man spannt eine Polierscheibe (Filz oder Sisal) für das braune Wachs in die Bohrmaschine.
Bild 02
Mit langsam drehender Maschine wird ein wenig Wachs auf die Scheibe abgerieben bis diese gleichmäßig bedeckt ist.
Dann polieren wir damit das ganze Werkstück. Je wärmer die Scheibe dabei wird, um so besser hält das Wachs. > und man kann die Bohrmaschine schneller drehen lassen. - Ansonsten fliegt alles weg.
Immer mal ein wenig Wachs nachlegen und nicht wunder, durch das Wachs sieht es nun stumpfer aus aus vorher.
Hier sorgfältig arbeiten und alle Unreinheiten vorsichtig auspolieren > Vorsicht keine Beulen reinpolieren!

Alles sorgfältig reinigen und die Wachsreste entfernen

Mit einer anderen / neuen Filzscheibe das gleiche wiederholen nur mit dem weißen Wachs
Ich nehme dann noch eine Leinen-Scheibe im letzten Arbeitsschritt für den Glanz (ist nicht dringend nötig).

Wir benötigen also:
2 mal Wachs
1 Grobe Scheibe (Filz oder gar Sisal)
1 feine Scheibe Filz
1 Polierscheibe (Leinen) optional
Unbedingt darauf achten das die alle Dinge (Scheiben, Wachse) der beiden Wachse getrennt bleiben und getrennt aufbewahrt werden. Und ganz besonders das kein Schleifstaub oder ähnliches daran kommt.
Dann ist das Ergebnis schnell verdorben!

Das braucht alles seine Zeit, also nicht verzagen und glauben man hat das in einer Stunde schnell erledigt.
Das Ergebnis sollte mindesten wie Bild 04 oder besser aussehen.

Zum Eintrag in der Datenbank
holzwurm
Jepp,
und die Hände sehen danach vielleicht aus. *grusel*
Man sollte für solche Arbeiten wirklich nur Arbeitsklamotten oder Ausgemustertes tragen und das Ganze in entsprechender Umgebung machen.

Man kann auch Kunststoffe nachpolieren.
Da habe ich sehr gute Erfahrungen mit nicht zu schnell laufenden Scheiben aus Leinen oder noch besser mit Ziegenhaar gemacht.
Zum Vorpolieren mit Bimsmehl oder auch einer Scheuermilch verwenden und zum endgültigen auspolieren mit einfacher Sidol Allzwecklpolitur den Glanz rein bringen.

Auch das dauert und dauert und dauert....

holzwurm
mr-hyde
Zitat:
Original von holzwurm
Man kann auch Kunststoffe nachpolieren.
... zum endgültigen auspolieren mit einfacher Sidol Allzwecklpolitur den Glanz rein bringen.

Probier mal Zahnpasta smile

Zitat:
Original von holzwurm
Man sollte für solche Arbeiten wirklich nur Arbeitsklamotten oder Ausgemustertes tragen und das Ganze in entsprechender Umgebung machen.

Und ein Sicherheitstip: Eng anliegende Kleidung ist bei allen rotierenden Maschinen anzuraten mrgreen
vgl. Bild
holzwurm
Jepp, Zahnpasta hatte ich auch schon verwendet. Bin ich aber nicht mehr so angetan davon, nachdem der Minzgeruch plötzlich nicht mehr von Kunststoff loszukriegen war. Lag wahrscheinlich damals am Kunststoff.

Stimmt, das mit dem Enganliegend, das hätt ich noch sagen sollen. Ooh
Manchmal ist es schwierig Dinge, die einem so sebstverständlich geworden sind, verständlich für jedermann zu formulieren und an alles zu denken, was interessant sein könnte.

Bitte ruhig alle Leser weiter ergänzend und berichtigend postings beisteuern. Sicherheit und weiterführende Hinweise kommen uns allen zu Gute.

holzwurm
lisa
*seufz* Ich dachte ja auch für mr. wäre sowas selbstverständlich...aber das T-Shirt erzählt was anderes *besorgtguck*


lisa Engelchen
mr-hyde
Es ist wie bei den meisten Unfällen mit Maschinen:
- benutzt man sie noch selten, hat man Respekt und passt vernünftig auf
- benutzt man sie oft, wird man leichtsinnig und benutzt sie schnell mal nebenher und hat die Gedanken nicht wirklich bei der Sache

Ooh
anthropozentrik
Ich füg nochmal einen kleinen Tipp hinzu:

Will man überwiegend (oder eher: nur) Kleinteile (Plugs, Dildos, kleine Fesseln etc.) polieren, dann lohnt sich die Anschaffung eines kleinen billigen Polierbocks.

Man nehme einen einfachen Doppelschleifer aus dem Baumarkt (Eigenmarke reicht, sollte aber mind. 300W haben).
Diese Geräte haben alle ein 13mm-Gewinde, wie es auch bei Winkelscleifern üblich ist.

Wenn man die Schutzhauben modifiziert oder entfernt und sich entsprechende Adapter baut, kann man bequem die komplette Auswahl an Polierscheiben nutzen die der Markt bietet.

Ich nutze 2 davon, da ich diese für mein weiteres Hobby, den Pfeifenbau nutze.
1 Bock ist mit einem Schleifteller mit Klett versehen, um grobe Formen rausschleifen zu können. Die andere Seite davon mit der Polierscheibe für die grob-Politur.

Der zweite Bock hat eine Polierscheibe für die fein-Politur und noch eine Scheibe für die Hochglanz-Politur mit Carnauba-Wachs.

Sobald ich den Link wiederfinde, stell ich mal ein, wo man günstig hochwertige Polierscheiben findet (auch exoten, z.b. zack-gesteppt u.ä.)