Schlecht behandelte Schweife

Hagazussa
Ich bin sehr stark allergisch auf Pferde. Würde aber trotzdem gern Haarpeitschen herstellen und verwenden können. Jetzt bin ich auf Antilopen verfallen.

Gleich ein Tipp:
- Weißschwanz-Gnu ist viel gröber und härter als Pferd.
- Oryx empfinden manche Leute (nicht alle) als besonders schneidend.
- Blaues Streifengnu ist etwa wie Pferd.

Die Schweife sind üblicherweise gegerbt, aber es ist eine sehr einfache Gerbung, die sich auswaschen lässt.

Ich weiche sie in einer Lösung zum Lederhärten ein (Wasser+Soda) und vernähe die Schweifhaut in nassem Zustand über einem Draht/Holzwolle-Kern, sodass die ursprüngliche Form wieder hergestellt wird. (= Einfachste Tierpräparation.)

Am obersten Drittel werden die Haare entfernt und die Haut mit Leder umflochten, um einen hübschen Griff zu schaffen.

Mein einziges Problem: Dieser Tierpräparator, von dem ich die Viecher habe, kann mit seinem Messer nicht umgehen. Jedesmal sind großflächig die Haarwurzeln abgeschnitten. Beschwerden sind nutzlos.
Das bedeutet langfristig, dass die Haare ausfallen werden. Ich könnte im Internet andere Schweife kaufen, aber da habe ich das gleiche Risiko. (Ist mir mit Pferdeschweifen auch schon passiert.)

Wie fixiere ich die abgeschnittenen Haare, sodass sie sich nicht mehr lösen? Hat jemand eine Idee?
Vielleicht die getrockneten, vernähten Schweif mit Heißkleber füllen?
anthropozentrik
Heisskleber wird sehr steif und dürfte sich wohl sehr schlecht um die einzelnen Haare herumlegen, da er doch nicht so arg viskos ist.

Inwieweit sind denn Feuchtigkeit wie Wasser, Lösungsmittel oder Alkohole duldbar? Das Wäre bei der Wahl eines geeigneten "Bindemittels" sicher wissenswert...
Hagazussa
Steif sollen die Schweife ja werden.

Als Bindemittel ist alles ok, was aushärtet und langfristig hart bleibt.
petterson
Wenn es nur um das kurzzeitige Fixieren geht, mag Heißkleber ausreichen, denke aber, dass der mit der Zeit brüchig wird.
Wenn der Härteprozess nicht so entscheidend ist und die Möglichkeit besteht, die Haare länger zu fixieren, böte sich Epoxydharz an. Die Firma R und G fällt mir da so spontan ein. Wichtig ist dabei bloß, das Mischungsverhältnis genau zu beachten und die Haare müssen fettfrei sein.
Vielleicht ließen sich die Haare so auch gleich in einen Griff eingießen und somit bombenfest fixieren.
Carbon wäre ja mal was nettes ....

Viel Spaß beim Basten
anthropozentrik
2-Komponenten-Klebstoff wäre auch mein Rat....
Weicon wäre noch ein anderer Hersteller.....je nach dem wieviel du machen willst lohnt da auch schon ein größeres Gebinde...

Bei der Auswahl der am Markt befindlichen Klebstoffe solltest du sicherlich was finden, was auch deiner Gewünschten Konsistenz bei der Verarbeitung entspricht...
Hagazussa
Ich probiere es.

@Petterson:

Die Antilopenschweife sind anders als die vom Pferd. Viel kürzeres Haar, längere Schweifrübe. Die Haare in einen Griff eingießen geht nicht. Man näht sie am besten auf gedrechselte Holzgriffe oder nutzt die Schweifrübe selbst, um einen Griff daraus zu formen.
petterson
Das heißt, dass Du einen größeren Bereich Haut / Leder als Haar hast? Und beim Abtrennen von den Wirbeln arbeitet der Präparator nicht saubergenug und schneidet nicht dicht genug am Knochen netlang sondern schon kurz unter den Hautschichten in den Bereich der Wurzeln?
Nur damit ich dich richtig verstehe.
Somit bliebe eigentlich nur das rückseitige Bestreichen der Haut mit Epoxid, möglichst dünn eingestellt - geht mit Azeton - damit die Lösung auch tief genug in das Gewebe eindringt. Statt eines Gerüstes aus Draht und Holzwolle wickelst Du dann die Haut um ein Rundholz. Nach dem Aushärten ließe sich wie gewohnt weiter arbeiten.
Die meisten Harze härten binnen 24 Std und haben eine Verarbeitungszeit von 20 - 90 Min.
Wenn ich mit Harz pansche und fixieren muss, hat sich Frichhaltefolie oder Bondagetape (mit Butter bestrichen) - bewährt.
Epoxid bekommst Du auch in Modellbauläden um die Ecke.

Viel Spaß beim Basteln
Hagazussa
Super - DANKE!!!