holzwurm
Ich habe jetzt die Tage ein paar einfachste Hängeregale für diese Jurte von mir zusammen genagelt.
Ein dünner gespaltener Weidenstamm und ein paar Eichenbretter von einer Einwegpalette hatte ich da als Material mit „handgeschmiedeten Nägeln“ zusammen gedonnert. Was ziviles, nix für den SM-Bereich.
Nun kam mir der Gedanke, die Bretter farblich zu altern. Das ist bei Eichenholz nicht schwer. Sie enthält Gerbsäure die mit Ammoniak reagiert. Dazu „räuchert“ man das Holz. Das ist hier eine chem. Reaktion von Ammoniakgas und Gerbsäure aus der Eiche. Es bewirkt, dass die Farbe deutlich dunkler wird. Ein Effekt, der auch für SMige Basteleien aus Eichenholz in Frage kommt. Daher dieser DB-Beitrag.
Die kleinen Teile hab ich einfach in die Badewanne gestapelt und frei (das nix von der Eiche an die Wände oder aneinander kommt) hineingestellt. Genau genommen soll man sogar Eisen vom Eichenholz fernhalten, da Eisen und Gerbsäure ebenfalls eine heftige Farbveränderung hervorrufen.
Nun kommt dann ein kleiner Plastiktopf mit einem Schuss Salmiakgeist (hier 9%tig aus dem Baumarkt) da in die „Räucherkammer“. Die Wanne habe ich dann mit etwas Maler-/Abdeckfolie abgedeckt und das Ganze über Nacht (ca. 18 Stunden) so stehe lassen.
Die erste Farbveränderung zeigt sich schon nach zwei Stunden (siehe Bild). Die obersten zentel Millimeter des Holzes sind nun so durchgefärbt.
Man kann jetzt auch richtig gut erkennen, dass die Eiche einen nicht unerheblichen Slint hat. Man sieht gut, dass diese Holzteile sich nicht oder nur wenig verfärben. Hier ein gewünschter Effekt, da ich bei den Brettern die sogenannte Waldkante bewusst haben wollte.
Splint oder Splintholz nennt man bei entsprechenden Baumarten die äußere Schicht des Holzes (Stamms), unter Bast und Rinde. Dort hat der Baum kaum Farbstoffe oder Gerbsäure eingelagert. Hier beim Eichenholz ist er fast Weiß und darf nach den geltenden Vorschriften im Möbelbau nicht verarbeitet werden. Das Splintholz der Eiche ist sehr anfällig gegen Hozschädlinge.
Auf diese Art (mit Ammoniak) sind Eichenmöbel schon seit Jahrhunderten behandelt worden. In Kuhställe sollen die Vorväter der edlen Schreinerzunft die Möbel für ein paar Monte gestellt haben. Der Kuhmist dünstet erhebliche Mengen Ammoniak aus und das Holz verändert dann im Laufe der Zeit da die Farbe.
Eine lichtechte Farbe die aber leider nicht reproduzierbar ist. Holz ist ein Naturprodukt und der Gebstoffanteil in jedem Stamm ist halt unterschiedlich. Auch die Dauer des Räucherns spielt ja eine Rolle und so wird auch jedes Teil farblich etwas abweichen.
In meinem Fall habe ich da nur 1x Leinölfirnis und 1x Antikwachs als Oberfläche drauf.
Lack in jeder Form ist aber ebenfalls kein Problem. Auf jeden Fall ein wirklich natürlicher Farbton der mit Beize so nie zu erreichen ist.
Zum Eintrag in der Datenbank
Ein dünner gespaltener Weidenstamm und ein paar Eichenbretter von einer Einwegpalette hatte ich da als Material mit „handgeschmiedeten Nägeln“ zusammen gedonnert. Was ziviles, nix für den SM-Bereich.
Nun kam mir der Gedanke, die Bretter farblich zu altern. Das ist bei Eichenholz nicht schwer. Sie enthält Gerbsäure die mit Ammoniak reagiert. Dazu „räuchert“ man das Holz. Das ist hier eine chem. Reaktion von Ammoniakgas und Gerbsäure aus der Eiche. Es bewirkt, dass die Farbe deutlich dunkler wird. Ein Effekt, der auch für SMige Basteleien aus Eichenholz in Frage kommt. Daher dieser DB-Beitrag.
Die kleinen Teile hab ich einfach in die Badewanne gestapelt und frei (das nix von der Eiche an die Wände oder aneinander kommt) hineingestellt. Genau genommen soll man sogar Eisen vom Eichenholz fernhalten, da Eisen und Gerbsäure ebenfalls eine heftige Farbveränderung hervorrufen.
Nun kommt dann ein kleiner Plastiktopf mit einem Schuss Salmiakgeist (hier 9%tig aus dem Baumarkt) da in die „Räucherkammer“. Die Wanne habe ich dann mit etwas Maler-/Abdeckfolie abgedeckt und das Ganze über Nacht (ca. 18 Stunden) so stehe lassen.
Die erste Farbveränderung zeigt sich schon nach zwei Stunden (siehe Bild). Die obersten zentel Millimeter des Holzes sind nun so durchgefärbt.
Man kann jetzt auch richtig gut erkennen, dass die Eiche einen nicht unerheblichen Slint hat. Man sieht gut, dass diese Holzteile sich nicht oder nur wenig verfärben. Hier ein gewünschter Effekt, da ich bei den Brettern die sogenannte Waldkante bewusst haben wollte.
Splint oder Splintholz nennt man bei entsprechenden Baumarten die äußere Schicht des Holzes (Stamms), unter Bast und Rinde. Dort hat der Baum kaum Farbstoffe oder Gerbsäure eingelagert. Hier beim Eichenholz ist er fast Weiß und darf nach den geltenden Vorschriften im Möbelbau nicht verarbeitet werden. Das Splintholz der Eiche ist sehr anfällig gegen Hozschädlinge.
Auf diese Art (mit Ammoniak) sind Eichenmöbel schon seit Jahrhunderten behandelt worden. In Kuhställe sollen die Vorväter der edlen Schreinerzunft die Möbel für ein paar Monte gestellt haben. Der Kuhmist dünstet erhebliche Mengen Ammoniak aus und das Holz verändert dann im Laufe der Zeit da die Farbe.
Eine lichtechte Farbe die aber leider nicht reproduzierbar ist. Holz ist ein Naturprodukt und der Gebstoffanteil in jedem Stamm ist halt unterschiedlich. Auch die Dauer des Räucherns spielt ja eine Rolle und so wird auch jedes Teil farblich etwas abweichen.
In meinem Fall habe ich da nur 1x Leinölfirnis und 1x Antikwachs als Oberfläche drauf.
Lack in jeder Form ist aber ebenfalls kein Problem. Auf jeden Fall ein wirklich natürlicher Farbton der mit Beize so nie zu erreichen ist.
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