Datenbankeintrag: Dildo-/Vibrator- Wärmer

ElRolando
Kennt ihr das Problem?
Man bewahrt seine Spielsachen im Schlafzimmer auf, was ja bekanntlich der kälteste Raum im Haus sein sollte... D.h. sämtliche Vibratoren, Metall- oder Glasdildos, Brustketten, etc. sind erstmal SAUKALT... die Biester müssen also erst lange unter der Bettdecke aufgewärmt werden, was spontane Aktionen daher unmöglich macht...

Mit meiner Freundin haben wir uns also Gedankten gemacht, und eine Abhilfe gefunden:
=> Perfekt getarnte, beheizbare Schmuckschatulle
<Bild: IMG_5603b2.jpg>
Materialliste / Einkaufsliste:
  • 1x Truhe/Schmuckschatulle/Köfferchen aus dem Ramschladen (Viki, NanuNana, o.ä.) --> ~10.-- EUR
  • 1x (Dämm-)Platte Styrodur aus dem Baumarkt (möglichst fest und feinschaumig, ca. 2cm dick, ~50cm x 60cm wurde für die Truhe im Beispiel benötigt) --> ~4.-- EUR
  • 1x alte Heizdecke (neu kostet sowas um die 20 Euro, aber vl. ist man ja mit der alten eh unzufrieden Augenzwinkern )
  • 1x Pkg. U-Hakerl-Nägel aus dem Baumarkt (~55 Stk. Schenkel 2cm lang, Metall 1mm stark) --> ~2.-- EUR
  • 1x roten (Kunst-)Samtbezug aus dem Baumarkt (50cm von der 2m breiten Rolle) --> ~3.-- EUR
  • 1 paar Nägel...
Summe (ohne Heizdecke) = <20.-- EUR

Schritt 1:
Die Truhe besteht aus dünnem, dunkel gebeiztem Holz. D.h. die Wärmeisolierung ist praktisch gleich Null. Daher muss die Truhe von innen mit dem Dämmschaum ausgeschlagen werden. Mit dem Stanleymesser/Cutter lässt sich der Dämmschaum perfekt bearbeiten: <Bild: IMG_5575.JPG> In unserem Fall haben wir aus dem 2cm dicken Styrodur ausgeschnitten:
  • eine Bodenplatte (27cm x 11cm)
  • zwei Seitenteile (11cm x 11cm)
  • Vorder- und Rückwand (23cm x 11cm)
  • (für den Deckel) eine Platte (27cm x 10,5cm)
Die Teile haben sich so perfekt bearbeiten lassen, dass Stecken genügt hat und Kleben nicht erforderlich war. (Achtung: Styrodur braucht einen Spezialkleber, sonst löst es sich auf! geschockt ) Bei dem Ausschneiden der Teile Ah ja, nicht vergessen, dass ja irgendwo das Kabel der Heizdecke rausmuss (vorzügl. natürlich hinten). Ein entsprechendes Loch haben wir in die Holztruhe gebohrt und eine Kabelführung in den Styrodurplatten vorgesehen.

Schritt 2:
Nun muss die alte Heizdecke dran glauben: Abstecken, an einer Seite aufschlitzen und das Innere rausleeren. Bei uns ist es aus ca. 6m Heizdraht (umhüllt von einem Gummischlauch), sowie drei feste Teile mit rund einem Zentimeter Dicke. Diese festen Teile haben wir in den Styrodurplatten "versenkt", d.h. 1cm tiefe Vertiefungen ausgeschnitten. Im Folgenden die fertig gedämmte Truhe: <Bild: IMG_5581.JPG>

Schritt 3:
Im folgenden Schritt haben wir über die Wärmedämmung 1-2 Lagen (dicker Grill-)Alufolie gelegt. Der Grund für die Alufolie ist zweierlei:
  1. Sicherheit: die Heizdrähte werden wohl bis zu 60° Celsius warm/heiß. Wir wissen nicht, wieviel Hitze das Styrodur aushalten kann. Die Alufolie verteilt die Wärme, sodass die warmen Drähte nicht direkt auf das Styrodur kommen.
  2. Erhöhen des Wärmetransports: Um den Innenraum der Truhe schnellstmöglich zu erwärmen ist eine große Oberfläche erforderlich. Dies wird durch die Alufolie sichergestell
Im Folgenden sieht man die mit Alu ausgeschlagene Truhe. Das Alu ist recht reißfest und ließ sich gut in die Vertiefungen drücken. <Bild:IMG_5582.JPG>

Schritt 4:
In die mit Alu ausgekleidete Truhe kommen nun die Heizelemente von der Heizdecke. Die festen Teile haben sich nur geringfügig erwärmt. Erwärmt hat sich primär nur der Heizdraht. Das folgende Bild zeigt den Inhalt der Heizdecke, bereits angepasst an unsere Truhe: <Bild: IMG_5583.JPG>

Schritt 5:
Vielleicht etwas unnötig, aber wir haben die festen Elemente nochmal mit Alufolie abgedeckt: <Bild: IMG_5585.JPG>

Schritt 6:
Nun kommt der kniffligste Teil des Ganzen: Das Verlegen von ~6 Metern Heizdraht! Gleichmäßig und ohne dass sich die Heizdrähte kreuzten! Aber es ging dann doch gut! Das A-und-O davon ist 1:1 Zeichnung auf Papier, in der man mit Bleistift und Radiergummi sich die ungefähre Aufteilung überlegt. Wir hätten es uns nicht gedacht, aber nach etwas über einer Stunde waren wir mit dem Teil fertig. In diesem Schritt profitiert man davon, wenn man eine gute Styrodurplatte genommen hat: Das Reindrücken der U-förmigen Nägel ist zwar verhältnismäßig kraftintensiv, dafür halten die auch gut. Details: die beiden "Schenkel" der Nägel waren bei uns nicht ganz parallel - dies hat sich noch als Vorteil herausgestellt, da die Nägel noch besser im Styrodur halten. Die Nägel haben wir ca. 1,5cm tief hineingeschoben, dabei darauf geachtet, dass wir die Heizdrähte nicht quetschen. Das folgende Bild zeigt das Ergebnis dieses Schrittes - 6 Meter Heizdrähte sind sauber verlegt: <Bild: IMG_5587.JPG>

Schritt 7:
Wir haben uns dazu entschieden die Truhe nun abermals mit Alufolie auszukleiden. Ob dies erforderlich war wissen wir nicht. Wenn hier jemand Erfahrungen hat, bitte posten. Das folgende Bild zeigt die Truhe nun also nach dem erneuten ausschlagen mit Alu. Die Platte im Deckel haben wir bereits mit Stoff überzogen (siehe nächster Schritt)

Schritt 8:
Das innere der Truhe wollten wir erst mit blau-schwarzem Satin ausschlagen, dann gefiel uns im Baumarkt aber ein dünner roter Weihnachts-Kunst-Samt-Stoff aber doch besser (die Truhe ist schon dunkel genug). Das Montieren des Deckels war verhältnismäßig leicht: Stoff herumschlagen, auf der Rückseite festtackern und die Platte mit doppelseitigem Klebeband in den Deckel reinkleben (Achtung: normaler Klebstoff oder Pattex funktioniert NICHT auf Styrodur!!) Meine Freundin machte sich daran das Innere der Truhe in Form eines zugenähten Sackes auszukleiden. Dafür haben wir ein Stück Stoff verwendet von
  • Länge = Umfang der Innenseiten der Truhe
  • Höhe = 25cm, damit rund das Doppelte der Truhenhöhe
Seitlich und unten zunehnen - es entsteht eine Art "Sack" oder "Mütze" oder so:<Bild: IMG_5592.JPG>

Schritt 9:
Im letzten Schritt haben wir den Sack mit rund 3cm langen Nägeln im Styrodu befestigt. Den Stoff haben wir dafür doppelt genommen (1x nach Innen umgeschlagen). Dadurch ist sichergestellt, dass die Nägel auch nicht aus dem Stoff ausreißen.Nun haben wir einen ersten Test mit unserem Lieblingsspielzeug und einem Thermometer gemacht:<Bild: IMG_5600b2.jpg>

Ergebnisse:
Auf Heizstufe 1 braucht es ca. 15 min. bis die Spielsachen eine Körpertemperatur erreicht haben. Nach 25min. haben wir sogar 50° im Innenraum gemessen. Diese Temperatur ist für uns das Indiz, dass Heizstuffe 1 reicht... aus Sicherheitsgründen werden wir Heizstufe 2 und 3 nicht verwenden (wäre schade wenn irgendwas ankorkelt oder dann schlecht riecht, etc.).Ggf. möchten wir noch einen Zeitschaltuhr einbauen, die automatisch nach 20 min. abschaltet. Mal schauen obs sowas günstig im Baumarkt gibt.
Nochmal die fertige Truhe:



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Strap
WOW! Klasse Projekt! Hurra
Ich hatte immer das Problem mit den Massageölen. Meine Lösung mit dem Wasserbad war eher ziemlich umständlich.

Mist! ich brauch ne Heizdecke!

Kleiner Tipp noch: Was Du brauchst ist keine Zeitschaltuhr, sondern einen Thermostat. Der hält Dir dann, in etwa, die Temperatur. Und das über Tage und Wochen (wenn Du es Wünschst oder vergisst). Oder lieber eher beides? gruebel
holzwurm
Das ist ja mal die Dekadenz in Tüten....

mrgreen Schöne Idee. respekt
Wildcat
*Holzwurm zustimmen muss* rofl Finde ich jedenfalls auch ne tolle Idee! ^^
victorsheikopopolus
Exquisit und dazu auch noch schön gestaltet ! Das Problem wollte schon lange mal auf zufriedenstellende Art und Weise gelöst werden !
Kompliment ! taetschel
Teddy
Boa, Respekt anbeten

Auf sone Idee würde ich nie kommen..... traurig traurig traurig

Teddy
anthropozentrik
Eine sehr interessante Idee muss ich sagen...

Ich habs mir da immer einfach gemacht und einfach alles auf dem Wasserbett (Standardeinstellung 29°C bei mir) parat gelegt....wenn es dann zum Einsatz kam, war es auch warm...
ElRolando
29° wär mir immer noch zu kalt...

frier

Vielen Dank für die netten Kommentare. Es hat mal echt Spaß gemacht sowas zu bauen :-)
LG Roland