Datenbankeintrag: Balken-/Fachwerkwand

holzwurm
Als Wandgestaltung habe ich hier eine Fachwerkwand nachgemacht. Aus selber gefertigten "Balken" und dann mit verschieden Möglichkeiten die einzelnen Felder gestaltet. So, oder so in der Art, könnte ich mir das auch in einem Spielzimmer vorstellen.

Zunächst habe ich mir aus einer benachbarten Firma ein paar gebrauchte Palettenbretter besorgt. Die waren so um 190cm Lang und hatten um 22mm Stärke. Auf einer Kreissäge habe ich sie dann auf 10x80x1900mm geschnitten und so 10 Stk. dünne Hölzer erhalten. Solche Bretter bekommt man auch im Fachhandel. Dachholz oder Palettenqualität sollten hier eine gute und günstige Wahl sein.
Die Bretter habe ich dann mit 5%tiger Schwefelsäure (Batteriesäure aus dem Autozubehör, runterverdünnt) eingepinselt und nach dem Trocknen mit der Lötlampe geflämmt (Schutzhandschuhe nicht vergessen).
Nach dem Trocknen habe ich dann die verkohlte Schicht mit einer Messingbürste und einer Bohrmaschiene ausgebürstet. Dabei kommt die Struktur wirklich extrem stark raus. Leider war das Holz hier sehr Astfrei. Äste sind in dem Fall wirklich schöner als gerade und saubere Bretter.
Nach dem Ausbürsten sind die dünnen Bretter 2x mit einer Holzlasur gestrichen. Beize und Lack sind hier ebenfalls eine Möglichkeit, ich hatte da ja hier mal was eingestellt.

Die Wand selber ist 1x grob abgespachtelt und mit einer Untertapete (Makulatur) beklebt.
Als zum Teil sichtbaren Untergrund, ist dann die Wand noch mit weißer Wandfarbe 1x gestrichen. So kann alles wieder ohne große Probleme entfernt werden. Das würde ich auch in den eigenen vier Wänden so machen.

Das äußerste rechte Feld (Feld 6) habe ich vor dem Aufkleben der Balken mit einem Umbraton (Volltonfarbe, was man zum Abtönen nimmt) gestrichen und nach den Durchtrocknen dann mit einem Maserierwerkzeug eine gemalte Bretterwand erzeugt. Dazu habe ich dann einen fetten Farbklecks Ocker aufgetragen (am Rand) und dann mit leicht wackelndem Maserierwerkzeug die Farne als nun gemaserten Streifen auf der Wand verteilt. Das kann man zum Einen natürlich noch besser dem netten Produktvideo der Dekoabteilung entnehmen, die Anleitung lesen oder/und den Fachverkäufer fragen. Eine Probe ist hier in jedem Fall eine gute Idee.
Dieses Werkzeug bekommt man in größeren Farbabteilungen im Baumarkt und kosten so bei 5-10,-€.

Die "Balken" habe ich hier mit Baukleber aus der 310ml Kartusche und 'ner "Siliconpistole" an die Wand geklebt. Das hält soweit ohne Probleme und erspart bohren und dübeln.
Das Ausehen einer solchen Wand plant man am Besten, wenn man sich mal einige Fachwerkhäuser anschaut, denke ich. So erhällt es dann einen natürlichen Charakter.

Der doppelte Außenbalken, außen rechts, ist hier mit einer Schwalbenschwanzverbindung zusammengehalten. Eine alte Holzverbindung der Zimmerleute. Man hat die Balken so verbunden, da es damals noch keine Bolzenschrauben im heutigen Sinn gab. Ich denke, es macht da optisch was her.

Die fertigen Bretter habe ich mit einer Handsäge mit entsprechender Schräge zugeschnitten und die hellen Schnittkanten etwas angschliffen und mit Farbe geschwärzt. So sind die "Verbindungen" einfach optisch schöner.

Als Deko habe ich noch geschmiedete Nägel aufgesetzt. Ein Rest 2mm Dachblei, ein 15mm Locheisen und ein Rundhammer.
Die ausgestanzten Bleipättchen habe ich mit dem Hammer verformt und auf einem weichen Untergrund etwas gewölbt, ebenfalls mit einem Schlag des Rundhammers. Danach sind die "Bleinägel" mit einfachem schwarzem Lack besprüht und nach dem Trocknen etwas mit Schleifpapier die kleinen Kanten durchgeschliffen. Zum Aufkleben mal ein paar Versuche machen. Ein Tropfen Silicon war hier eine gute Lösung. Baukleber oder Heißkleber kommen bestimmt auch in Frage.

Vor der Gestaltung der Flächen zwischen den Balken habe ich alles gut abgeklebt. Ein 25mm breites Klebeband (am Besten hier wirklich ein Markenprodukt verwenden und nicht aus der Grabbelkiste) hab ich entlang jedes Balken auf die Weiße Wand geklebt. So entseht nacher eine klare Kante und Abgrenzung zum Balken. Es hat sich herausgestellt, dass der Klebestreifen am Besten noch im feuchten Zusand von Putz oder Farbe zu entfernen ist. Das Klebeband zieht sich dann sauberer und einfacher herrunter.

Die einzelnen Felder zwischen den Balken sind hier als Muster jeweils mit unterschiedlicher Struktur bzw. Verputz gemacht.


Feld 1:
Die Fläche hier habe ich mit Spachtelmasse gestaltet. Eine Feinspachtel, die man zum glätten der Wände benutzt. Das Ansetzen der Masse nach Anweisung. Meist wird erst etwas Wasser in einen Eimer gefüllt, so circa 2cm und das weiße Pulver eingestreut. Das Pulver saugt dann das Wasser auf und die Masse "sumpft" ein. So erhällt man eine klumpenfreie Spachtelmasse.
Diese habe ich hier mit einem Glättsporn/Glättbrett aufgetragen und nicht glatt abgezogen. Die rauhe Oberfläche ist hier gewollt. Der Eindruck eines alten Stalls oder einer alten Wand war hier gewünscht.
Sollte die Fläche später noch lasiert werden, wird der Effekt bei dieser Art der Oberfläche auch noch besonders schön, finde ich.

Feld 2:
Hier sieht man die Grundierung für die Reibeputze. Eigentlich eine weiße Wandfarbe, etwas mehr Bindemittel und Quarzsand. Wird als fertiges Produkt im Fachhandel angeboten oder man mischt sich für kleinere Flächen weiße Farbe, Weißleim und Quarzsand. Mit einem großen Pinsel auftragen.
Bleibt die Fläche nachher ohne weiteren Putz, dann kann die getrocknete Sandfarbe nochmal gestrichen oder mit einer Lasur gestaltet werden.


Feld 3:
Die selbe Spachtelmasse wie bei Feld 2, aber nach dem Auftrag mit einem alten Pinsel streifig abgezogen. Auch hier wieder der Stalleffekt.

Feld 4:
Hier wurde auf die gut getrocknete Sandfarbe/Grundierung mit einem Reibeputz gearbeitet. Die fertige Masse wird mit einem Glättsporn aufgetragen. Dann gut geglättet, das heißt, in Stärke der Steine aufgetragen. Man achtet darauf, dass die Masse nicht unterschiedlich dick aufgetragen wurde. Eine herrliche Sauerei, sag ich mal, wenn ich mir anschaue, was da alles so auf den Boden fällt. Bitte da gut abdecken.
Wenn ein gutes Stück der Fläche schön gespachtelt ist, nimmt man ein Glättbrett aus Kunststoff oder aus Holz und reibt die Masse mit kreisenden Bewegungen ab. So ergibt sich das Muster durch die kleinen Steine in der Masse.
Das Material trocknet recht schnell an, daher immer in kleineren Abschnitten arbeiten. Der Putz kann dann so bleiben, die Oberfläche ist fertig.

Feld 5:
Hier wurde die Wand nicht weiter bearbeitet und der weiße Anstrich einfach so belassen.

Feld 6: Wie oben schon beschrieben mit dem Maserierwerkzeug gestaltet.

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drachentoeter
Hast Dich aber mächtig ins Zeug gelegt und ne Menge Zeit verbraten!
Weiter so mal sehn wie dein Spielraum zum Schluss aussieht!
taetschel Winke Hurra
Jagdwolf
Da weiß ich ja jetzt, wer mir meine Bude einrichtet. *g*
holzwurm
@drachentoeter:

Da muss ich dich enttäuschen. das war 'ne reine Musterwand in einer Ausbildungshalle. Leider nicht bei mir in den vier Wänden.

...und Wölfchen Zunge raus , ich kann dir erklären wie du's machen kannst. smile
drachentoeter
Original von holzwurm
Als Wandgestaltung habe ich hier eine Fachwerkwand nachgemacht. Aus selber gefertigten "Balken" und dann mit verschieden Möglichkeiten die einzelnen Felder gestaltet. So, oder so in der Art, könnte ich mir das auch in einem Spielzimmer vorstellen.

Ich meinte weil Du geschrieben hast könntest es Dir vorstellen und das wirste auch irgendwann mal umsetzen! taetschel
holzwurm
Ah, dann gebe ich dir recht. Sowas oder die verputzten Felder mit roter Tapete und die Balken noch dunkler.
...ja, das wäre was für Papas Sohnemann... mrgreen