victorsheikopopolus
Stahl Handfesseln (Bild 00)
Material:
- 4 Rohrschellen, verzinkt, gelb chromatiert, 4x4x10 cm (Breite x Höhe x Länge) , St. 2 Euro
- 2 Bänder mit Scharnieren , nennt sich „breites Tischband“ , ebenfalls gelb chromatiert, 10 x 3 cm, St. 1,40 Euro
- 8 Messing Senkkopf – Schrauben, 5 x 10 mm, 1 Euro
- 8 passende Messing Muttern, wahlweise auch Hutmuttern , 1 Euro
- ggf. 2 Drahtseilklemmen und 2 dazu passende Messing Muttern 2 Euro
- 1 guter Stahlbohrer 5 mm 4, 50 Euro
Werkzeuge:
- Bohrmaschine
- Flex
- Topfbürste
- Rundfeile
- Schraubstock
Alle Materialien habe ich in einem guten Baumarkt geholt, wo es auch einzelne Schrauben gibt.
Mein Arbeitsaufwand war ca. 3 Stunden.
Arbeitsschritte:
1. Rohrschellen nebeneinander in den Schraubstock spannen (damit es bei allen 4 Schellen gleichmäßig wird ) und mit einem Winkel und eine CD Marker (hält auf dem glatten Material) die Schnittkante anzeichnen. Abmessen kann - zumindest ich - die genaue Stelle nicht; ich schneide da, wo die Schelle just wieder gerade wird. (Bilder 01 und 02)
2. Die Schellen jeweils schön gerade mit der Flex abschneiden.
(Bild 03)
3. 2 zueinander passende Schellen in den Schraubstock einspannen, so dass die Lücke an den Schnittstellen ca. 1 cm ist. Dazu den Schraubstock nicht ganz fest anziehen, denn sonst wird die Lücke zu groß (eine etwas wackelige Konstruktion). 1 cm reicht, damit das Scharnier des Messingbandes später in dieser Lücke verschwindet und frei beweglich ist.
4. Scharnierbänder auf diese Konstruktion oben auflegen, schön gerade ausrichten und mit dem Marker die Bohrpunkte an den Schellen markieren. (Bild 04)
5. Löcher in die Scharniere bohren (Bild 05)
6. Auf der Innenseite der Schellen diese gerade angefertigten Bohrungen etwas vertiefen, damit später die Schrauben tatsächlich etwas versenkt sind. Aber Vorsicht ! Löcher nicht aus Versehen bis zur anderen Seite durchbohren. Das ist zugegebenermaßen etwas knifflig. Ggf. kann man diesen Arbeitsschritt auch weglassen, da die Schraubenköpfe nicht sonderlich dick auftragen, aber versenkt sieht es halt doch besser aus.
7. Scharnierbänder passend kürzen und die dort vorhandenen Bohrlöcher einmal mit dem 5 mm Bohrer nachgehen, damit später die Schrauben leichter durch passen. (Bild 06)
8. Alle Schnittstellen mit der Flex vorsichtig entgraten.
9. Alle bisher angefertigten Teile nacheinander in den Schraubstock einspannen und mit der Topfbürste blank polieren. Die gelbliche Eloxierung muß komplett runter. Das geht recht flott, ist aber trotzdem etwas Fleißarbeit, weil man die Teile 1000 mal umspannen muß, um alle Ecken und Winkel zu erwischen. Hinterher sieht es aber sehr nett aus, gebürsteter Stahl eben und man hat keinerlei scharfen Kanten mehr. (Bild 07)
10. Senkkopfschrauben von der inneren Seite der Schellen durchstecken, das Scharnier damit befestigen und von außen locker verschrauben. Scharniere und Schellen ausrichten und jetzt schön fest anziehen.
11. Überstehendes Gewinde von der Außenseite bündig abfeilen und die fertigen Handfesseln ein letztes mal mit der Topfbürste aufpolieren, um die letzten Arbeitsspuren zu beseitigen.
Für alle, die noch gerne eine weiter Befestigungsmöglichkeit an den Fesseln hätten:
1. In ca. 1 cm Abstand parallel zur Kante der Außenkate des Scharniers mittig zwei passende Bohrungen für eine Seilklemme anlegen (5 mm Seilklemme, größer müßte ggf. auch gehen).
2. Gegenstück / Platte ( wie auch immer das Teil korrekterweise heißt) der Seilklemme entfernen und die vorhandenen Muttern durch Messingmuttern ersetzen. Diese Muttern bis zum Ende des Gewindes aufschrauben, damit die Seilklemme nicht durch die Bohrlöcher fällt und man später eine Mutter zum Kontern hat.
3. Seilklemme von außen durch die Bohrung stecken und von innen mit den mitgelieferten Stahlmuttern festkontern.
4. Überstehendes Gewinde an der Innenseite der Fesseln mit Flex und Feile entfernen, ggf. die Mutter noch etwas dünner feilen bei der Gelegenheit.
5. Mit der Topfbürste alle Kanten und Grate entferne und das Ganze noch etwas hübsch aufpolieren.
(Bilder 08 und 09)
So, und nun sind sie fertig ! Ich wünsch euch viel Spaß damit !
Zum guten Schluß hier noch ein Bild von drei verschiedenen Varianten mit der Außen-Verschraubung; ein wenig Geschmackssache, will ich meinen.
(Bild 10)
Gesehen habe ich solche Handfesseln übrigens in einem passenden Fachgeschäft (Cosmic Ware !!!) in Köln, dort allerdings in einer Edelstahlausführung und gefüttert mit rotem Leder. Au Mann, ein echter Traum, allerdings auch nicht ganz billig (170 Euro, das waren sie aber allemal auch wert) und daher für mich kaum erschwinglich. Dann allerdings hat es bei mir gezündet, als ich die Rohrschellen im Baumarkt gesehen habe und ich würde sagen, so viel schlechter sind meine Fesseln dann auch nicht und allemal so schön schwer (und kalt !), wie Stahl nun einmal ist. Ich überlege momentan, ob ich sie noch mit passendem weinroten Leder füttere, habe allerdings noch kein passendes Material und werde dann gerne weiter berichten. – Hat einer von euch vielleicht Erfahrungen, mit welchem Kleber man Leder auf Stahl befestigen kann (Pattex / Sekundenkleber ?)
Wäre für eine Rückmeldung oder auch für sonstige Anregungen und Meldungen dankbar.
M.f.G. aus Bremen
Victor
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Material:
- 4 Rohrschellen, verzinkt, gelb chromatiert, 4x4x10 cm (Breite x Höhe x Länge) , St. 2 Euro
- 2 Bänder mit Scharnieren , nennt sich „breites Tischband“ , ebenfalls gelb chromatiert, 10 x 3 cm, St. 1,40 Euro
- 8 Messing Senkkopf – Schrauben, 5 x 10 mm, 1 Euro
- 8 passende Messing Muttern, wahlweise auch Hutmuttern , 1 Euro
- ggf. 2 Drahtseilklemmen und 2 dazu passende Messing Muttern 2 Euro
- 1 guter Stahlbohrer 5 mm 4, 50 Euro
Werkzeuge:
- Bohrmaschine
- Flex
- Topfbürste
- Rundfeile
- Schraubstock
Alle Materialien habe ich in einem guten Baumarkt geholt, wo es auch einzelne Schrauben gibt.
Mein Arbeitsaufwand war ca. 3 Stunden.
Arbeitsschritte:
1. Rohrschellen nebeneinander in den Schraubstock spannen (damit es bei allen 4 Schellen gleichmäßig wird ) und mit einem Winkel und eine CD Marker (hält auf dem glatten Material) die Schnittkante anzeichnen. Abmessen kann - zumindest ich - die genaue Stelle nicht; ich schneide da, wo die Schelle just wieder gerade wird. (Bilder 01 und 02)
2. Die Schellen jeweils schön gerade mit der Flex abschneiden.
(Bild 03)
3. 2 zueinander passende Schellen in den Schraubstock einspannen, so dass die Lücke an den Schnittstellen ca. 1 cm ist. Dazu den Schraubstock nicht ganz fest anziehen, denn sonst wird die Lücke zu groß (eine etwas wackelige Konstruktion). 1 cm reicht, damit das Scharnier des Messingbandes später in dieser Lücke verschwindet und frei beweglich ist.
4. Scharnierbänder auf diese Konstruktion oben auflegen, schön gerade ausrichten und mit dem Marker die Bohrpunkte an den Schellen markieren. (Bild 04)
5. Löcher in die Scharniere bohren (Bild 05)
6. Auf der Innenseite der Schellen diese gerade angefertigten Bohrungen etwas vertiefen, damit später die Schrauben tatsächlich etwas versenkt sind. Aber Vorsicht ! Löcher nicht aus Versehen bis zur anderen Seite durchbohren. Das ist zugegebenermaßen etwas knifflig. Ggf. kann man diesen Arbeitsschritt auch weglassen, da die Schraubenköpfe nicht sonderlich dick auftragen, aber versenkt sieht es halt doch besser aus.
7. Scharnierbänder passend kürzen und die dort vorhandenen Bohrlöcher einmal mit dem 5 mm Bohrer nachgehen, damit später die Schrauben leichter durch passen. (Bild 06)
8. Alle Schnittstellen mit der Flex vorsichtig entgraten.
9. Alle bisher angefertigten Teile nacheinander in den Schraubstock einspannen und mit der Topfbürste blank polieren. Die gelbliche Eloxierung muß komplett runter. Das geht recht flott, ist aber trotzdem etwas Fleißarbeit, weil man die Teile 1000 mal umspannen muß, um alle Ecken und Winkel zu erwischen. Hinterher sieht es aber sehr nett aus, gebürsteter Stahl eben und man hat keinerlei scharfen Kanten mehr. (Bild 07)
10. Senkkopfschrauben von der inneren Seite der Schellen durchstecken, das Scharnier damit befestigen und von außen locker verschrauben. Scharniere und Schellen ausrichten und jetzt schön fest anziehen.
11. Überstehendes Gewinde von der Außenseite bündig abfeilen und die fertigen Handfesseln ein letztes mal mit der Topfbürste aufpolieren, um die letzten Arbeitsspuren zu beseitigen.
Für alle, die noch gerne eine weiter Befestigungsmöglichkeit an den Fesseln hätten:
1. In ca. 1 cm Abstand parallel zur Kante der Außenkate des Scharniers mittig zwei passende Bohrungen für eine Seilklemme anlegen (5 mm Seilklemme, größer müßte ggf. auch gehen).
2. Gegenstück / Platte ( wie auch immer das Teil korrekterweise heißt) der Seilklemme entfernen und die vorhandenen Muttern durch Messingmuttern ersetzen. Diese Muttern bis zum Ende des Gewindes aufschrauben, damit die Seilklemme nicht durch die Bohrlöcher fällt und man später eine Mutter zum Kontern hat.
3. Seilklemme von außen durch die Bohrung stecken und von innen mit den mitgelieferten Stahlmuttern festkontern.
4. Überstehendes Gewinde an der Innenseite der Fesseln mit Flex und Feile entfernen, ggf. die Mutter noch etwas dünner feilen bei der Gelegenheit.
5. Mit der Topfbürste alle Kanten und Grate entferne und das Ganze noch etwas hübsch aufpolieren.
(Bilder 08 und 09)
So, und nun sind sie fertig ! Ich wünsch euch viel Spaß damit !
Zum guten Schluß hier noch ein Bild von drei verschiedenen Varianten mit der Außen-Verschraubung; ein wenig Geschmackssache, will ich meinen.
(Bild 10)
Gesehen habe ich solche Handfesseln übrigens in einem passenden Fachgeschäft (Cosmic Ware !!!) in Köln, dort allerdings in einer Edelstahlausführung und gefüttert mit rotem Leder. Au Mann, ein echter Traum, allerdings auch nicht ganz billig (170 Euro, das waren sie aber allemal auch wert) und daher für mich kaum erschwinglich. Dann allerdings hat es bei mir gezündet, als ich die Rohrschellen im Baumarkt gesehen habe und ich würde sagen, so viel schlechter sind meine Fesseln dann auch nicht und allemal so schön schwer (und kalt !), wie Stahl nun einmal ist. Ich überlege momentan, ob ich sie noch mit passendem weinroten Leder füttere, habe allerdings noch kein passendes Material und werde dann gerne weiter berichten. – Hat einer von euch vielleicht Erfahrungen, mit welchem Kleber man Leder auf Stahl befestigen kann (Pattex / Sekundenkleber ?)
Wäre für eine Rückmeldung oder auch für sonstige Anregungen und Meldungen dankbar.
M.f.G. aus Bremen
Victor
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Das freut den Bastler natürlich, wenns auch anderen gefällt. - Und den Preis für die Fesseln bei Cosmic Ware fand ich eigentlich noch nicht mal soooo unangemessen, weil handwerklich sehr gut gearbeitet und immerhin auch Edelstahl !, aber eben nicht erschwinglich für mich. Dafür gabs aber eine Edelstahlgerte mit Lederpaddle für 15.- und eine nette kleine Panzerkette mit zwei hübschen Metall Laborklemmen rechts und links für 12.- Euro ...... seufz. Netter Laden, will ich meinen .....