Datenbankeintrag: Fesseln - Leder

mr-hyde
Fusshängefesseln aus Leder

Nachdem ich bei einer Bekannten ein paar sehr funktionale Fusshängefesseln gesehen und in der Folge auch an meiner Liebsten getestet habe, war klar, das ich diese haben muss.
Bei Sartan werden sehr ähnliche gebaut, und ich habe die Vorteile beider (der gesehenen und die von Sartan) versucht aus meiner Sicht zu kombinieren.
Was wird an Material benötigt:
Leder: 3-4 mm dick
- 4 Lederstreifen, 50mm breit, ca 600mm lang
- 1 Lederstück für die Fesseln selber 260 x 330mmm
(vgl schnittmuster.pdf)

- 8 lange Stahlhohlnieten (ca 15mm) mit großem Kopf (12mm) alternativ:
8 Schlosschrauben mit Unterlagsscheiben und Hutmuttern (falls einehöhere Belastbarkeit notwendig ist)

- 8 normale Stahlhohlnieten (ca 10 mm) mit großem Kopf (12mm)

- 4 Schnallen (25 mm breit) alternativ:
2 Schnallen (45 - 50 mm breit)

- 4 D-Ringe 50 mm geschweißt

- Filz mind 3mm dick
- Klebstoff
und irgendwas zwischen 2 und 5 Stunden Zeit, je nach Fähigkeit und Anspruch an das Ergebnis.

Erster Schritt:
Die beiden Schnittmustern in der Anlage mittig zusammenkleben und danach 2 Stücke Leder ausschneiden. Eines davon spiegelverkehrt zum anderen.
(vgl schnittmuster.pdf)
Danach sehr sorgfältig die Löcher anzeichnen. (Bild: Loecher)
Ich habe mir dafür aus Aluminum eine Schablone gemacht, was ich auch empfehle, wenn man mehrere davon fertigen mag. Ebenso eine Kleine Schablone um die 50mm Streifen der Aufhängung und der VErschlüsse anzuzeichnen.
Bild1

! Bitte hier sorgfältig arbeiten, sonst sieht es hinterher schrecklich aus.

- von jedem der 4 Lederstreifen benötigen wir später noch ein mind 320 mm langes Stück für unsere Aufhängung -
- am bester gleich zu Beginn reservieren -

Zweiter Schritt:
Wir bauen die schnallen ein:
Ich habe mich für 4 Schnallen entschieden, 2 gehen aber auch. Je nach Schnallen, brauch man ggf einen längeren oder kürzeren Streifen
Man nehme einen 150mm langen / 50 mm breiten Streifen Leder, und zuerst mal die vier Nietlöcher für die Verbindung zu Fessel selber übertragen.
Im Bild Links Bild2
Danach noch die benötigten Niet- und Durchbruchslöcher für die Schnalle selber - und hier den Streifen noch bis 50mm vor das Ende halbieren.
Das Ganze kommt dann auf die abgerundete Seite der Fessel - und ich habe es dann auch noch dort direkt mit der Fessel vernietet.
(6 Nieten sind besser als 4 :-) )

Dieses spiegelverkehrt noch mal an der anderen Fessel.

Dritter Schritt:
Wir bauen die Zungen ein:
Für die Gegenseite der Schnalle halbieren wir wieder einen diesmal 180 mm langen Streifen bis 50mm vor das Ende und Zeichen von der Rückseite her die Löcher im 10mm Abstand an.
Löcher stanzen.
Bild3

Vierter Schritt:
Wir bauen alles zusammen:
4 Lederstreifen von ca 320 mm oder länger abschneiden, an "beiden" Enden die 4 Verbindungslöcher einstanzen, halb falten und die D-Ringe einfädeln

!!! Achtung - drauf achten das die D-Ringe wirklich eingefädelt sind und nicht vergessen werden.

Alles mit den Unterseiten der Hohlnieten zusammsetzen, und prüfen ob alles richtig ist. Nochmal nach den D-Ringen schauen !

Alles Zusammennieten
Bild 4

Zu guter letzt noch auf die Innenseite Filz kleben, damit es bequemer ist.
Fertig.

Viel Spaß beim Basteln

PS.: Keinesfalls zu kurze Nieten wählen, da sie ja eine menge aushalten müssen. Nieten sollten immer mindesten 3 mm länger sein als die Lederdicke. Mehr ist besser!
Wer die Stabilität erhöhen will kann statt der 4 Verbindungsnieten das ganze auch mit Schlosschrauben verbinden. mindestens jedoch 4mm

Zum Eintrag in der Datenbank
Oliver
Moin MrHyde,

ich baue die ja auch gerade nach. Danke an dieser Stelle für die Unterstützung.

Bei Schritt vier hätte ich noch eine Anregung:
Die D-Ringe werde ich wohl auch etwas fixieren. Und zwar an den langen Riemen, in denen die D-Ringe gehalten werden, unterhalb von ihnen noch je zwei Nieten rein.
Dann schlottern die nicht so innerhalb der Riemen rum.

Für die Funktion ist das wohl unwichtig, aber sieht etwas professioneller aus, oder?

Wegen dem "Futter" bin ich noch dran. Ich überlege, Filz mit dünnem Leder zu ummanteln, evtl. Einnähen und dann erst aufzukleben. Mal sehen.

Gruß

Oliver

PS: ich habe übrigens nur je eine Schnalle (innen 40 mm) verwendet.
mr-hyde
Über die Fixierung der D-Ringe habe ich auch nachgedacht, aber es sah mit den normalen Hohlnieten aus meiner Restekiste nicht gut genug aus für mich, da diese auf der Rückseite eher unschick sind.
Wenn ich mal wieder bestelle, besorg ich mir ein paar Doppel-Hohlnieten wo das Unterteil mit einer Kappe geschlossen ist. Bis dahin solls baumeln.

Fürs Polster wurde bei mir Webpelz gewünscht, und den suche ich noch Freude
Oliver
Ahoi,

hier mal ein Pic von meinen:
(Futter fehlt noch)
HH
Oliver,

sieht stark aus - Glückwunsch.
HH
Hi all,

ich habe mir das mal alles auf die Festplatte gesaugt.

Schloßschrauben scheinen mir sicherer zu sein.

L G
anthropozentrik
Auch wenn der Thread schon älter ist...

Ich hab bei meinen Modellen (3mm Industriegummi) zum verbinden der Lasttragenden Stellen, wie bei Sartan beschreieben, Buchschrauben benutzt und diese mit 2K-kleber verklebt. Funktioniert bisher einwandfrei.
ElRolando
Erstmal vielen Dank für den Datenbank-Eintrag! Ich habs mir abgespeichert als nächstes Projekt (zuerst ist ein Harness dran).

Wieviel Gewicht kann man ca. damit aufhängen? Ich rechne ~70kg verteilt auf 16 Nieten (ordentliche, die dann auch mit einer Tisch-Presse tief versenkt werden. Das Leder dürfte nicht das Problem werden... es muss natürlich >=3mm sein und kein billiges Spaltleder!

Ein "das wird schon halten" ist mir bei so einem Projekt zu wenig, da ich sowas auch in Kombinatioin mit gefesselten Händen versuchen möchte. Hat jemand schon einen Versuch gemacht, wieviel eine einzige Niete in dieser Zugrichtung aushält? So einen Versuch würd ich auf jeden Fall vorher noch machen...

Wenn getrennte Schnallen verwendet werden, würd ich auf jeden Fall empfehlen ein Loch zu stanzen, und zwar genau dort, wo die beiden Teile zusammen kommen (siehe Bild anbei).
(Ich hab letztens so eine Doku zur Dehnungsfuge bei großen Schiffen gesehen. Inzwischen vermuten die Experten, dass die Titanic kein so Loch in ihrer Dehnungsfuge gehabt hat, weshalb sie dort dann auseinander gebrochen ist. Ihr Schwesternschiff Britannia hatte so ein Loch).
ElRolando
Nachtrag: *Klugscheißer bin* ... die Britannia ist auch gesunken gruebel