Hagazussa
Einige Bekannte löchern mich mit der Idee, im Kern einer Bull/Snake statt des üblichen Leder- oder Dacronkerns ein Bleiband einzuziehen. So eines, das man zum Beschweren von Vorhängen benutzt.
Angeblich machen das alle Profis immer so. (Ich las es zwar bisher bei keinem, aber wer bin ich, dass ich widerspreche.)
Ich probiere es grade bei einer Bull. Bin beim zweiten Belly und sie kommt mir bereits überstabilisiert vor. Die Spitze ist IMO zu schwer, es fehlt die übliche Energieübertragung vom breiten schweren Griffteil zur dünnen leichten Spitze.
Hat das schon mal wer erfolgreich probiert? Ich kann es mir mit Ach und Weh bei Quirts und Tomcats vorstellen, aber auch da nur im Griffteil.
Und wie ist es, wenn mans wirklich so macht, mit der Gefährlichkeit? Mir scheinen rein aus Leder gefertigte Singletails böse genug.
Hagazussa
Nein, sie wollen wirklich, dass der Bleikern bis in die Spitze geht. Also shotbag und von deren Spitze ausgehend das Bleiband.
Es geht ums Treffen. Angeblich trifft man viel besser, wenn die Peitsche so gearbeitet ist.
Na schön, ich habe eine paar Restln Rinderspalt, und probieren geht über studieren.
elims
Also mit dem Bleiband hab ich noch nie gehört. Der Shotbag mit Bleischrot ist klar. Der geht aber normal nicht bis ganz nach vorne.
Bei den längeren Single Tails kenn ich die Variante mit einem Stromkabel (Litze) als Kern statt dem Shotbag. Das scheint insbesonders bei den Peitschen aus Nylon üblich zu sein.
Ich würde es eher mit einem Stromkabel probieren. Wenn das ein durchgehend massives Bleiband ist, ist das doch viel zu starr für eine Peitsche.
Persönlich mag ich schwerere Peitschen lieber. Die haben einfach ein besseres feeling.
Hagazussa
Kein starres Band. Hm, hat hier niemand dicke Vorhänge?
Es sind viele kleine Bleiklümpchen, die dicht an dicht wie Perlen auf eine Schnur geschmolzen sind. Und außen ist die "Perlenkette" noch mit mit Stoff ummantelt. Das Band ist nicht sehr schwer, bestimmt leichter als ein normles Stromkabel. Guck mal:
http://www.shopping.at/bleibaender,17483...leibaender.html
Mit dem Blei passiert genau das, was ich mir vorher gedacht habe:
- Der Schlagriemen hängt runter wie der Schwanz einer toten Ratte.
- Ihn zielgerichtet zu bewegen, geht aufs Handgelenk, wodurch sehr schnell die Präzision leidet. Dabei habe ich nur eine Bull mit Holzgriff gemacht, ohne shotbag.
- Und bei der Bewegung des schweren Riemens gegen den Luftwiderstand geht so viel Energie verloren, dass diese Peitsche nicht knallen kann.
-> Der Gott der Physik bevorzugt offenbar Singletails mit leichtem Lederkern.
Möglich wäre das Bleiband sicher in den Riemen einer Neunschwänzigen. Ob' s sinnvoll wäre, ist ne andere Frage. Wenn da ein Hieb z.B. den Dornfortsatz eines Rückenwirbels streift, hat Subby vermutlich ein Date in der Unfallambulanz.
Das mit dem Kabel in Nylonpeitschen ist interessant. Ich hab einmal aus Schnur eine Peitsche gemacht. Die war insgesamt zu leicht. Ungefähr bis zur Hälfte hätte der Riemen mehr Gewicht gebraucht.
Wenn ich wüsste, woher ich das Nylon für den Peitschenbau bekomme, würde ichs nochmal probieren.
elims
Bei den Nylonpeitschen wird Fallschirmleine verwendet. Das ist von der Form her ein Schlauch. Sollte mit google zu finden sein. Original Fallschirmleine wird aber denk ich nicht billig sein, da die Zulassung des Luftfahrtbundesamtes erfahrungsgemäß den Preis mehr als verdoppelt :-)
Persönlich find ich die Nylonpeitsche auch etwas leicht. Aber sie knallt sehr schön. Die Känguru fühlt sich beim schlagen allerdings besser an. Hab nur keine mehr :-(
Der Gott der Physik bevorzugt Peitschen bei denen der Durchmesser und das Gewicht nach vorne zum Fall geringer wird. Das ist der ganze Trick bei Peitschen. Sobald die Gewichtsverteilung oder der Durchmesser nicht stimmt kanns nicht mehr funktionieren. Ich denke aber die Gewichtsverteilung ist entscheidender. Ich vermute mal das als Grund warum deine nicht knallen will.
Beim Peitschen erzeuge ich eine Welle (die Schlaufe die nach vorne läuft) im Peitschenkörper. Diese Welle transportiert eine bestimmte Menge Energie welche auf die ganze Länge konstant bleibt. Während die Welle zum Cracker läuft, wird durch die geringer werdende Masse der Peitsche die Energie in Geschwindigkeit umgewandelt und kann am Cracker leicht mehrfache Schallgeschwindigkeit erreichen. Der Knall selber ist wohl aber kein Überschallknall sondern das verdrängen der Luft, wenn sich die Schlaufe zuzieht (deswegen knallen franssige Cracker auch lauter).
Halbiert man das Gewicht eines 1cm langen Peitschenstückes vervierfacht man die Geschwindigkeit der Schlaufe.
Hagazussa
Du hast recht, es liegt an der Gewichtsverteilung. Die Energie läuft nach vorn, aber die Masse in der Spitze ist hoch, daher wird die Schallgeschwindigkeit nicht erreicht.
Meine Peitschen mit Rindsleder-oder Dacronkern knallen alle; auch die mexikanischen Bullwhips, die keinen Cracker haben. Der Fall allein produziert ein ebenso lautes, aber schärferes und in der Tonlage höheres Geräusch. Sogar meine Stockwhip knallt ziemlich laut, und die hat nur ein Büschel Lederrriemen am Ende, welches das Tempo der Spitze natürlich bremst.
Es muss also wirklich an der Masse-Reduktion liegen. Ich vergleich es mal mit einen Tsunami - je flacher das Meer wird, desto höher türmt sich die Welle auf.
Das Fallschirmnylon hab ich schon gesucht, aber in Ö und D nicht gefunden. Import käme so teuer, dass man gleich mit Roo oder Reptilienleder arbeiten kann.
Oliver
Hi,
welche Profies behaupten das denn?
Die "normalen" shotbags für Snakes sind nicht allzu lang, vielleicht so 30 cm und so wahnsinnig viel Blei ist da auch nicht drin. Ich mache immer zwischen 40 bis 80 gr, rein. Mehr nicht.
Was eher oder oft gemacht wird: Gewicht in den thong über die bolster. Also bolster bis fast zur Spitze. Das habe ich mal ausprobiert und finde das ganz gut.
Bei Bullwhips geben manche auch etwas Blei in den Turkshead hinten, um die Balance einzustellen.
Und bei den Nylonwhips wird teilweise tatsächlich "Kabel" als core genommen. Aber ich glaube nicht, daß das bis zur Spitze geht. Das wird so ähnlich sein, wie mit den shotbags. Die basteln sich damit eine halbwegs schwere Basis über die dann mehrfach geflochten wird.
Ich habe übrigens mal aus Interesse einige meiner Peitschen gewogen. Das geht von 370 g einer 8ft langen!! Bullwhip von Mike Murphy bis zu 840 g einer wirklich "schweren" 10ft Bullwhip von Joe Strain.
Die sind eigentlich relativ leicht, die guten Peitschen. Ich glaube, in denen ist überhaupt kein Blei. Das ist eher was für Snakes oder Signalwhips. Eher kürzere Peitschen. Aber auch meine 4ft Signalwhip von Murphy bringts grad mal auf 330 g.
Grüße
Oliver
Hagazussa
Tja, mittlerweile und nach drei Umbauten habe ich die Test-Bullwhip so hinbekommen, dass sie was taugt. Nach ersäufter Ratte sieht sie jetzt auch nimmer aus.
Ich kenne auch keinen Profi, der Blei bis zur Spitze einzieht. ABER: Keiner der Profis baut spezifisch für SM-Zwecke. Home on the range ist nicht ganz so wie zuhaus im Schlafzimmer.
Ich hab schon festgestellt, dass ich den traditionellen Aufbau fast immer variieren muss, damit die Leute die Peitsche bekommen, die sie sich wünschen. Authentisch aussehen muss sie, aber darf nicht länger als 1m sein. Knallen soll sie ohne Mühe, aber gefährlich schnell darf sie nicht werden.
Das gute Stück für meinen Bekannten hat jetzt zwei geflochtene Bellies innen, um das Blei mal sorgfältig einzubetten. Erstens ist es giftig und zweitens reißt der dünne Zwirn dazwischen leicht ab. Der innerste Belly ist aus Ziegenleder (ca 0,6 mm), der zweite aus Rindspolsterleder (1,2mmm).
Darüber liegt ein Bolster aus dickem Büffelleder (1,8 mm) bis ca zur Hälfte, von dort aus ist das dicke Leder dann wieder geflochten. Bis zur Spitze musste ich es stark ausschärfen.
Und darüber ein Overlay aus nur 8 Strängen, 1,2 mm - Rindspolsterleder.
Technisch gesehen ist sie also dreischichtig mit sehr festem Mittelstück. Vom Typ her ist sie mongolisch, mit wenig Taper. Dennoch kann sie jetzt knallen. Man tuts aber mit dem schweren Riemen besser nicht.
Ein Problem war auch der Übergang Griff - Riemen. Der wird hier extrem strapaziert. Hab ihn mit Schrumpfschlauch verstärkt, was auch gleich die Rattenschwanz-Optik beseitigte. Werde ich in Zukunft bei allen Bulls so machen.
Tja, jetzt mach ich noch die Zierknoten, und am Abend wird sie getestet.
Wenn es irgendwann

zu schneien aufhören sollte, werde ich auch ein Foto machen und reinstellen.
Oliver
Hallo Hagazussa,
doch es gibt ne ganze Menge Profies, die für SM-Zwecke bauen, oder es zumindest wissen, was mit ihren Peitschen gemacht wird. Ich glaube man kann behaupten, daß fast alles unter 5/6ft für genau diese Zwecke genutzt wird. Im Sportbereich benutzen die Leute eher längere Sachen. Oder kurze für kids. Aber zumindest in Australien benutzen die eher Stockwhips.
Ich habe entweder direkt von Mike Murphy gehört oder irgendwo auf seiner webseite aufgeschnappt, daß sein "Topseller" die "kurzen" schwarzen Signalwhips sind, oder auch 4ft Snakes. Das sind bestimmt nicht alles Eskimos, die die kaufen *lol Der weiß schon, was da läuft.
Ich könnte da noch einige Namen von den "cracks" nennen, die entweder schon auf der webseite davon reden (konsensual adult play) oder neben den langen Teilen ganz spezielle SM-Whips wie Dragonwhips etc. anbieten.
Und ich persönlich finde auch, daß man die herkömmliche Bauweise von den ganzen Peitschenarten für SM nicht abwandeln muß. Im Gegenteil, gerade die Ausgewogenheit, Balance und Präzision im Lauf der Profipeitschen sprechen mehr als dagegen. Das kann ich wirklich aus der Praxis bestätigen ;-)
Ich meine, wenn einer aus 5 Meter Entfernung irgendwelche kleinen Blätter oder vergleichbares abschlagen/treffen kann, dann sollte es für einen durchschnittlichen europäischen Arsch locker reichen *g Mit kürzeren Peitschen für den Indoor-SM-Bereich ist das ja noch einfacher.
Aber wie auch immer, finde ich das Experimentieren schon interessant. Ich mache das auch, aber eigentlich um letztendlich hinter die Geheimnisse der Profies zu kommen. Z.B. das mit den schwereren bolstern, Gewicht hinten ja/nein, Grifflänge etc., das ist unglaublich was das für einen Einfluß auf das Peitschenverhalten hat. Die Wahl des Falls ist auch son Thema, wie breit, wie lang, was für Leder...
Die cracks diskutieren, ob man vorne an der Spitze mit 6- oder 8-plait bei bestimmten Peitschenlängen aufhören soll. Sowas hat anscheinend einen enormen Einfluß, da denken wir gar nicht dran.
Und ganz ehrlich: von massenhaft Blei im thong halte ich nicht viel. Da kannst ja dann gleich eine Kettenpeitschen nehmen. Die schlägt wenigstens richtig ein und da dauert die Session auch nicht lang ;-)
Grüße
Oliver
Hagazussa
Grundsätzlich ist es diese Entwicklung alter Waffen, die mich immens fasziniert. Sie sterben nicht aus, sondern werden weiterentwickelt und der Sinn ändert sich total. Früher war eine Neunschwänzige ein arges Foltergerät, heute ist die abgeschwächte Variante fürs Vergnügen da. Ist irgendwie pazifistisch.
Ich sehe eine ähnliche Entwicklung wie z.B. beim Bogenschießen. Compoundbogen fürs Scheibenschießen sind mittlerweile ganz anders als Jagdbogen. Erstere sind langsam, aber genau und letztere sind ungenau, aber schnell.
Letztendlich ist eine Waffe nur so gut wie der, der sie benutzt. Da der durchschnittliche Top nicht bereit ist, das Bullwhip-Handbauch auswendig zu lernen und jede Woche 15 Stunden an leeren Blechbüchsen zu üben, hat eine supergenaue Sportpeitsche gar keinen Sinn. Ich habe bis jetzt nicht mal beobachten können, dass die Leute stets die gleiche Seite der Singletail nach oben halten. An sich ist das ja essentiell, aber keiner achtet darauf.
Ja, ich kenne die Seite von Murphywhips etc. Aber das alles überzeugt mich nicht. Was soll ein riesiges Büschel weicher Riemen am Ende einer "Snake" beispielsweise? Kann ich gleich einen Flogger nehmen.
Wirklich interessant sind hingegen die historischen Gebrauchsformen. Aus denen läßt sich so viel ablesen.
- Mit einem breiteren Mittelteil ("swellbelly") hab ich die Bewegung des Riemens im Schwung deutlich verbessern können, selbst wenn die Peitsche innen nur schlicht geflochten war.
- Der mongolische Typus generell ist ruhig und gut zu steuern, wenn auch natürlich langsamer. Will mans schneller, wird man nach ungarischer Facon schwach tapern.
- Und ich verstehe wirklich nicht, warum die Leute ihre Falls immer auf die australische/amerikanische Art befestigen. Diese Hitches sind allesamt ein unpraktisches Gewurstel, über das man sich ärgert, wenn der Fall gewechselt werden muss. Bei der mexikanischen Bullwhip ist der Fall in Sekundenschnelle auswechselbar, und das Auge beeinflußt das Verhalten der Peitsche nur wenig.
Oliver
Ja, ich muß dir Recht geben. Weiterentwicklung z.B. ist spannend. Ich bin aber noch nicht so weit, da ich erstmal den traditionellen Weg verstehen will.
Koliski hat z.B. ein neues Material entdeckt. Nicht nur Nylon, wie er es sonst nimmt, sondern irgendein "Apex". Die Bullwhip muss extrem leicht sein und läuft in einem Beispielfilm wie eine gute Kämgurupeitsche. Finde ich ziemlich geil, auch wenn ich eigentlich mehr auf Lederpeitschen stehe.
Und ja, die Tops, die die Peitschen falsch halten, sieht man öfter. Das kennt kaum jemand. Noch nicht ;-)
Was meinst du mit "riesiges Büschel weicher Riemen am Ende einer "Snake""? Das was ich hier eingestellt habe und "Sjambok" nenne?
Mit mexikanischen Fall meinst du diese furchtbar breiten Lappen die so locker am thong hängen? Also die keine (dynamische) Verlängerung der Peitschenschnur sind?
Und swellbelly? Ich kenne das von Stockwhips und amerikan Bullwhips, oder auch "Indy Style". Ich habe mir grad sowas gebaut. Und ich habe gewichtsmäßig da nichts im Griff ausgeglichen. Also liegt der Schwerpunkt vorne im thong. Finde ich ganz gut, ist aber anstrengend zu schlagen. Die ausgewogenen sind m. E. doch besser für längere sessions, weniger anstrengend.
Bei dem Bild hat die am Griff knapp 19 und an/hinter der transition gut 23 mm.
Hagazussa
Die Sonne scheint! (Aber saukalt ists noch immer!) Hab ich jedenfalls ein Foto gemacht.
Die in Rede stehende Bullwhip ist also 130cm lang + 60cm Fall. Sie wiegt 350g.
Ich habe den mexikanischen Typ gewählt, also mit "Auge" und getrenntem Fall aus Dickleder.
Sonst ist die Gestalt den ungarischen Peitschen ähnlich - Taper nur am Beginn und am Ende des Riemens, dazwischen eine ungetaperte Sektion.
Test gestern ergab bei Rechtshändern eine leichte Rechtstendenz und bei Linkshändern eine Linkstendenz. Hat also immer noch zuviel Energie. Sonst ist sie ok.
Die Mexikanischen funktionieren tadellos, Oliver. Südamerika bringt die besten Lederflechter überhaupt hervor, da können sich die Aussies verstecken. Und man hat dort bis heute große Viehherden und Cowboys. Mexikanische Bullwhips gehören überwiegend fürs Schlagen. Sie knallen, wenn man mehr Kraft einsetzt, das Geräusch ist scharf, hoch und hell. Für Stunts wie das Umwickeln und Ranziehen von Sesseln /Leuten sind sie besser als die amerikanischen, weil langsamer und ungefährlicher.
Swellbelly nennt man eine (Stock)peitsche, deren Riemen knapp vor der Mitte durch Ledereinlagen leicht verdickt wird. (Schaut also aus wie eine Schlange, die noch eine Mahlzeit verdaut.) Typische Zirkuspeitschen sind alle so, weil der Swellbelly das ruhige Kreisen des Riemens begünstigt. Wer viel aus kreisenden Beweguingen heraus zuschlägt, wird damit besser klar kommen.
Hübscher Sjambok!!
Nein, mein ich nicht. Ich meine eine snakewhip, aus deren Spitze 30 - 40 Lederriemen hängen. Ähnlich wie die Tomcat, aber noch mehr Masse vorn. Sinnlos meiner Meinung nach.
Hagazussa
Nimmt Bild nicht. *brumml*
elims
Sieht sehr nett aus. Ich glaub die wär sehr gut zum schlagen geeignet. Leider muss man Peitschen mal in der Hand gehalten haben um sowas richtig beurteilen zu können.
Der Thread hat auf jeden Fall Lust gemacht auch mal das Flechten zu lernen. Aber ich glaub mir fehlt für sowas der lange Atem. Zumindest bei meinen anderen Basteleien hab ich gemerkt das man am Anfang immer viel Lehrgeld zahlen muss.
Oliver
hmm, Hagazussa,
jetzt geht es wohl los, wem was besser gefällt. Klar können die Mexikaner sicher gut und schön flechten, keine Frage, aber die Aussies, Nordamerikaner auch.
Und ich habe schon alle möglichen Peitschen von Amerikanern, Australiern und Mexikanern in der Hand gehabt und ausprobiert. Entweder hatte ich nur "schlechte" Beispiele der Mexikaner oder die taugen wirklich nix (für mich).
Z.B. dieses angehängte Fall. Es ist eben angehängt! Und nicht Verlängerung der Peitschenschnur. Das ist nur ein schlapper Lederlappen. Die ganze Energiefortsetzung läuft da doch logischerweise nicht so gut. Abgesehen davon: was soll der Taper in der Peitsche, wenn vorne so eine breite Bremse dran ist?
Ich habe z.B. eine 8ft australian Bullwhip von Murphy. Die schlägt sich fast von alleine. Kaum Energie reingesteckt und sie knallt wunderbar. Diese ganze Kraftmeierei beim Peitschen ist nicht mein Ding und außerdem ist das auch nicht gut für die whip. Das Leder wird ja unnötig "gestresst".
Aber das ist möglicherweise Geschmackssache und kein Kriterium für die Peitschenbaukunst *g
Gruß
Oliver
Hagazussa
Ja, ist Geschmackssache.
Morgan unterscheidet historisch richtig die "cracking whips" und die "slapping whips". Die stark getaperten amerikanischen Peitschen fallen alle in erstere Kategorie. Sind fürs Schlagen schon sehr gefährlich.
Der südamerikanische Typ ist für mich die perfekte slapping bullwhip. Schneidet nicht in die Haut, Tempo kann ich via Taper steigern oder verringern, austauschbarer Fall schont die Peitsche und kann in Sekundenschnelle nach Bedarf verändert werden.
Der schwere Lederstreifen knallt auch. (Hängt auch nicht locker, sondern klemmt im Auge!) Fast wie beim Aperschnalzen. Braucht mehr Kraft, das stimmt. Aber es tut ohnedies keiner Peitsche gut, wenn man dauernd damit knallt. Außerdem sind die unterschiedlichen Töne auch interessant.
Oliver
ok, ist wirklich Geschmackssache. Ich mag halt lieber die "scharfen" Whips *g
Ich habe mir mal vor langer Zeit einen "mexican Quirt" gekauft. Das Ding ist natürlich sehr kurz, aber auch ganz lustig. Ist ja leicht vergleichbar von der Wirkung her.
Bei der Gelegenheit: wie flechtest du die Öse?
- einfach dünner werden, umklappen und fixieren, Mini-Turkshead drüber?
- oder Öse bilden und die Stränge wieder in den thong einarbeiten (im Prinzip wie ein Augspleiß)?