holzwurm
Ich mag Lederarbeiten. Da hab ich dann mal ein Halsband mit punzierter Oberfläche gemacht.
Als Material benötigt man für solche Arbeiten Hals- oder Flankenleder (nicht gefettet) so ab 3mm Stärke. Ich habe hier noch ungefärbtes Material liegen gehabt und möchte es auch noch härten, färben und die Schnittkanten schön versiegeln.
Material:
-Lederstreifen
-Lederfarbe (hier Schwarz)
-O-Ring
-Verschluss (hier Rollschnalle und Riemen )
-weiches Innenfutter (Moosgummi, Leder oder Gewebe)
-Soda
-Perlleim (Knochenheißleim, bekommt man zB. noch im Farbenfachhandel)
-Lederfett
-ein paar Hohlniete
Werzeuge, neben dem in Haushalt üblichen:
-einen Glatten Stein als Unterlage beim Punzieren
-Holzhammer/Rohauthammer (schützt die teuren Punziereisen)
-Lochzange/Lochstanzen
-Modellier-und Punziereisen (gibt es im Lederbedarf, zB.Firma Bähr oder Firma Lederhaus-beide in der Linkliste)
-Kurvenmesser
-Kantenrunder
Zunächst habe ich mir das Leder als Streifen von 30x400mm zugeschnitten. Im Netz oder in diversen Büchern findet man Ornamente. In meinem Fall aus der keltisch-/wikingischen Ecke. Aber auch andere Bandflechtmuster oder Ornamente sind ohne Probleme zu verwenden. Es sollte halt nicht zu fein sein, da man ja noch mit den Werkzeugen arbeiten und in die Zwischenräume kommen muss
Mit Scanner oder Kopierer das Ornament (wenn man nicht selber des Zeichnens mächtig ist) dann in entsprechende Größe bringen und das Ornament mit einem Boden Blaupapier auf das Leder übertragen. Dazu hab ich die Kopie entsprechend aufgelegt und mit einem durchsichtigen Klebestreifen auf dem Leder fixiert. Kugelschreiber haben sich als gut für das Übertragen bewährt.
Nun die Linien mit dem Kurvenmesser einschneiden. Der Anschliff des Messers gibt die Schnitttiefe eigentlich schon recht gut vor. Es bedarf ein bissel Übung und Fleiß die Ornamente so zu schneiden. Fehler, dh. Verschneiden ist in diesem Fall nicht mehr zu kaschieren., da ist das Leder unerbittlich.
Vor dem Punzieren habe ich dann gleich die Kanten mit dem Kantenrunder angefast, oder so gesehen, die scharfe Kante abgeschnitten.
Das Leder wird an der Obefläche zum Punzieren feucht, aber nicht zu nass gemacht. Dazu ein wirklich fettfreies Tuch oder einen Schwamm verwenden.
Entlang der Schnitte wird das Leder nun mit einem Punziereisen und dem Holzhammer flach gedrückt, dh. es entsteht eigentlich eine Schräge. Die Eisen sind in verschieden Formen und Größen zu bekommen.
Man setzt aber eigentlich immer die Schräge an dem Schnitt an und schlägt dann leicht mit dem Hammer auf das Punziereisen. Das Eisen wird ein paar Millimeter versetzt und wieder wird das Leder gedrückt. Das führt man nun Linie für Linie so fort., dabei das Leder immer wieder bei Bedarf feucht machen.
Man muss schauen welche Teile des Musters erhaben bleiben soll und Welche man mit dem Eisen drückt. Das erfordert ein wenig Ruhe und Zeit. Lieber das Leder zur Seite legen und nach einer Pause nochmal betrachten. Nachdem man sich da klar geworden ist wird das gesamte Ornament entsprechend ausgearbeitet.
Als Unterlage verwende ich hier ein Stück flachen und geschliffenen Stein. Hier ein Rest vom Steinmetz-ein Bruchstück einer alten Grabeinfassung. Den Stein auf ein mehrfach gefaltetes Handtuch oder so einen alten Lappen legen. Die Nachbarn danke es Einem.
Nachdem das Ornament soweit fertig ist, arbeitet man noch die Feinheiten mit einem Modelliereisen aus.
Für meine circa 250mm Ornament hab ich insgesamt gut über eine Stunde gebraucht.
Das Nun wieder getrocknete Leder hab ich in Sodawasser (2-3 Esslöffel Soda auf einen Liter) eingetaucht, ein paar Minuten, bis keine Bläschen mehr aufsteigen. Das so durchtränkte Leder in entsprechende Form legen und mit einer Klammer fixiert einige Stunden trocknen lassen. Das Leder wird so gut gehärtet.
In der Datenbank findet man noch diverse Möglichkeiten Leder zu Härten. Aber da ich das Material noch Färben will, scheidet eine Wachshärtung aus.
Härten von Leder ist im Prinzip immer das Stocken der Eiweiße im Material. Ähnlich wie das Spiegelei in der Pfanne.
Zum Versiegeln der Schnittkante brauche ich nun ein Wenig Knochenleim. Ein Holzleim, der schon seit Jahrhunderten aus Knochen, Haut oder Leder hergestellt wird. Die Perlen lösen sich nach einigen Stunden in Wasser auf. Nicht wundern, der Knochenleim riecht im nassen Zusand etwas streng. Das ist völlig normal. Nur die Lagerung des flüssigen Leimes ist nicht gut möglich. Das Material verschimmelt innerhalb von ein Paar Tagen.
Es wird einen recht dünnflüssige Lösung hergestellt. Mit einem Filzrest reibe ich die Kanten nun mit dem Leimwasser ab und warte bis sie wieder getrocknet sind. Das dauert nur eine halbe Stunde, oder so. Dann kann die Kante mit einem Falzbein abreiben und dabei glätten.
So schützt man die Kante vor eindringendem Wasser und glättet sie gleichzeitig. So trägt sich das Leder auch gleich angenehmer auf der Haut.
Man erkennt auf den Foto auch gut die dunkle Farbe des Leders nach dem Härten mit Soda. Eine schon nicht unitneressante Patina.
Das Leder wird nun mit Lederfarbe geschwärzt. Dazu kauft man im Onlinshop oder beim Lokalen Schuster eine entsprechende Farbe. Die liegt so bei 5,-€ je Flasche von 50ml.
Im trockenen Zusand ist das mit dem Pinsel kein Problem. Auf ausreichende Lüftung und die Gefahrenhinweise des Herstellers achten. Auf jeden Fall sind Einweghandschuhe eine gute Wahl!
Nach dem Trocknen habe ich das Ornament mit Schleifpapier an der Oberfläche angeschliffen. Auf den erhaben Stellen schleift man so die Schwärze wieder ab und das naturfarbene Leder kommt teilweise wieder zum Vorschein. So erreicht man noch mehr Tief in dem Ornament. Es kommt noch etwas deutlicher raus, finde ich.
Ich hab mich für einen Schnallverschluss entschieden. Ein Druckknopf ist für ein solches Halsband auch eine recht gute Möglichkeit, denke ich.
Nach dem Aufnieten von Schnalle und Riemen habe ich die recht rauhe Innenseiten noch mit einem Moosgummi als Polster beklebt.
Wenn man nicht die Anschaffung der Werkzeuge und die minimale Menge an Material in seine Rechnung einbezieht, ist das Halsband für paar Euro herzustellen. Die Zeit ist hier der größte Faktor.
holzwurm
Zum Eintrag in der Datenbank
Als Material benötigt man für solche Arbeiten Hals- oder Flankenleder (nicht gefettet) so ab 3mm Stärke. Ich habe hier noch ungefärbtes Material liegen gehabt und möchte es auch noch härten, färben und die Schnittkanten schön versiegeln.
Material:
-Lederstreifen
-Lederfarbe (hier Schwarz)
-O-Ring
-Verschluss (hier Rollschnalle und Riemen )
-weiches Innenfutter (Moosgummi, Leder oder Gewebe)
-Soda
-Perlleim (Knochenheißleim, bekommt man zB. noch im Farbenfachhandel)
-Lederfett
-ein paar Hohlniete
Werzeuge, neben dem in Haushalt üblichen:
-einen Glatten Stein als Unterlage beim Punzieren
-Holzhammer/Rohauthammer (schützt die teuren Punziereisen)
-Lochzange/Lochstanzen
-Modellier-und Punziereisen (gibt es im Lederbedarf, zB.Firma Bähr oder Firma Lederhaus-beide in der Linkliste)
-Kurvenmesser
-Kantenrunder
Zunächst habe ich mir das Leder als Streifen von 30x400mm zugeschnitten. Im Netz oder in diversen Büchern findet man Ornamente. In meinem Fall aus der keltisch-/wikingischen Ecke. Aber auch andere Bandflechtmuster oder Ornamente sind ohne Probleme zu verwenden. Es sollte halt nicht zu fein sein, da man ja noch mit den Werkzeugen arbeiten und in die Zwischenräume kommen muss
Mit Scanner oder Kopierer das Ornament (wenn man nicht selber des Zeichnens mächtig ist) dann in entsprechende Größe bringen und das Ornament mit einem Boden Blaupapier auf das Leder übertragen. Dazu hab ich die Kopie entsprechend aufgelegt und mit einem durchsichtigen Klebestreifen auf dem Leder fixiert. Kugelschreiber haben sich als gut für das Übertragen bewährt.
Nun die Linien mit dem Kurvenmesser einschneiden. Der Anschliff des Messers gibt die Schnitttiefe eigentlich schon recht gut vor. Es bedarf ein bissel Übung und Fleiß die Ornamente so zu schneiden. Fehler, dh. Verschneiden ist in diesem Fall nicht mehr zu kaschieren., da ist das Leder unerbittlich.
Vor dem Punzieren habe ich dann gleich die Kanten mit dem Kantenrunder angefast, oder so gesehen, die scharfe Kante abgeschnitten.
Das Leder wird an der Obefläche zum Punzieren feucht, aber nicht zu nass gemacht. Dazu ein wirklich fettfreies Tuch oder einen Schwamm verwenden.
Entlang der Schnitte wird das Leder nun mit einem Punziereisen und dem Holzhammer flach gedrückt, dh. es entsteht eigentlich eine Schräge. Die Eisen sind in verschieden Formen und Größen zu bekommen.
Man setzt aber eigentlich immer die Schräge an dem Schnitt an und schlägt dann leicht mit dem Hammer auf das Punziereisen. Das Eisen wird ein paar Millimeter versetzt und wieder wird das Leder gedrückt. Das führt man nun Linie für Linie so fort., dabei das Leder immer wieder bei Bedarf feucht machen.
Man muss schauen welche Teile des Musters erhaben bleiben soll und Welche man mit dem Eisen drückt. Das erfordert ein wenig Ruhe und Zeit. Lieber das Leder zur Seite legen und nach einer Pause nochmal betrachten. Nachdem man sich da klar geworden ist wird das gesamte Ornament entsprechend ausgearbeitet.
Als Unterlage verwende ich hier ein Stück flachen und geschliffenen Stein. Hier ein Rest vom Steinmetz-ein Bruchstück einer alten Grabeinfassung. Den Stein auf ein mehrfach gefaltetes Handtuch oder so einen alten Lappen legen. Die Nachbarn danke es Einem.
Nachdem das Ornament soweit fertig ist, arbeitet man noch die Feinheiten mit einem Modelliereisen aus.
Für meine circa 250mm Ornament hab ich insgesamt gut über eine Stunde gebraucht.
Das Nun wieder getrocknete Leder hab ich in Sodawasser (2-3 Esslöffel Soda auf einen Liter) eingetaucht, ein paar Minuten, bis keine Bläschen mehr aufsteigen. Das so durchtränkte Leder in entsprechende Form legen und mit einer Klammer fixiert einige Stunden trocknen lassen. Das Leder wird so gut gehärtet.
In der Datenbank findet man noch diverse Möglichkeiten Leder zu Härten. Aber da ich das Material noch Färben will, scheidet eine Wachshärtung aus.
Härten von Leder ist im Prinzip immer das Stocken der Eiweiße im Material. Ähnlich wie das Spiegelei in der Pfanne.
Zum Versiegeln der Schnittkante brauche ich nun ein Wenig Knochenleim. Ein Holzleim, der schon seit Jahrhunderten aus Knochen, Haut oder Leder hergestellt wird. Die Perlen lösen sich nach einigen Stunden in Wasser auf. Nicht wundern, der Knochenleim riecht im nassen Zusand etwas streng. Das ist völlig normal. Nur die Lagerung des flüssigen Leimes ist nicht gut möglich. Das Material verschimmelt innerhalb von ein Paar Tagen.
Es wird einen recht dünnflüssige Lösung hergestellt. Mit einem Filzrest reibe ich die Kanten nun mit dem Leimwasser ab und warte bis sie wieder getrocknet sind. Das dauert nur eine halbe Stunde, oder so. Dann kann die Kante mit einem Falzbein abreiben und dabei glätten.
So schützt man die Kante vor eindringendem Wasser und glättet sie gleichzeitig. So trägt sich das Leder auch gleich angenehmer auf der Haut.
Man erkennt auf den Foto auch gut die dunkle Farbe des Leders nach dem Härten mit Soda. Eine schon nicht unitneressante Patina.
Das Leder wird nun mit Lederfarbe geschwärzt. Dazu kauft man im Onlinshop oder beim Lokalen Schuster eine entsprechende Farbe. Die liegt so bei 5,-€ je Flasche von 50ml.
Im trockenen Zusand ist das mit dem Pinsel kein Problem. Auf ausreichende Lüftung und die Gefahrenhinweise des Herstellers achten. Auf jeden Fall sind Einweghandschuhe eine gute Wahl!
Nach dem Trocknen habe ich das Ornament mit Schleifpapier an der Oberfläche angeschliffen. Auf den erhaben Stellen schleift man so die Schwärze wieder ab und das naturfarbene Leder kommt teilweise wieder zum Vorschein. So erreicht man noch mehr Tief in dem Ornament. Es kommt noch etwas deutlicher raus, finde ich.
Ich hab mich für einen Schnallverschluss entschieden. Ein Druckknopf ist für ein solches Halsband auch eine recht gute Möglichkeit, denke ich.
Nach dem Aufnieten von Schnalle und Riemen habe ich die recht rauhe Innenseiten noch mit einem Moosgummi als Polster beklebt.
Wenn man nicht die Anschaffung der Werkzeuge und die minimale Menge an Material in seine Rechnung einbezieht, ist das Halsband für paar Euro herzustellen. Die Zeit ist hier der größte Faktor.
holzwurm
Zum Eintrag in der Datenbank