bitterzart
Es nervt mich nun echt ... darum der Thread.
Ich habe mir ein Spielzeug aus Fichtenholz-Stableimplatte gemacht. Weil da auch ein Seil mehrmals durchgeführt werden soll, habe ich 12er Löcher mit dem Topfbohrer gemacht und die Kanten mit einer Fräse (rund, Viertelkreis) gebrochen. Dann hab ich noch mit Schleifpapier und dem Dremel die ganze Sache so weit recht fein hingekriegt.
Jetzt hab ich mit Treppenstufenlack das gute Stück versiegelt (soll abwischbar sein) und einige Fasern im Loch (und teilweise auch an den Rundungen) haben sich durch die Lackfeuchte aufgestellt.
Nun hab ich "leicht stachlige" Löcher wo ich meine teuren Baumwollseile echt nicht durchziehen mag weil die sicher damit über kurz oder lang ruiniert werden!
Ich hab jetzt nochmal nachgeschliffen und neu gestrichen .... es ist weniger stachlig geworden, aber es sind wieder welche von den Mistdingern da.
Gibt es da nicht irgendeinen Trick, wie man das besser hinbekommt, speziell bei weichen Hölzern wie Fichte?
Ist ein wasserbasierter Lack da schlechter als einer mit Lösemitteln?
Mir ist klar dass es mit harthölzern da weniger problematisch ist.
Normal nehme ich zwar sowieso lieber Buche ... aber gerade bei großflächigem Spielzeug ist der Preisunterschied halt auch enorm und ich würde lieber bei Fichte bleiben.
dankbar für tips ist
Bitterzart
holzwurm
| Zitat: |
Original von bitterzart
Gibt es da nicht irgendeinen Trick, wie man das besser hinbekommt, speziell bei weichen Hölzern wie Fichte? |
Ich denke, wenn du die Unebenheiten im Bereich um das Loch jetz mit wirklich feinem Papier (400er aufwärts) schleiffst und dann bissel mit Möbleplege drüber gehst, dann sollte das Problem recht simpel zu lösen sein. Da bleiben dann zwar kleine Kratzer im Lack, die sollten aber weniger stören als die Pusteln. Die Möbelpflege nimmt da noch bissel was von weg. Dann schauts nicht so arg aus.
| Zitat: |
| Ist ein wasserbasierter Lack da schlechter als einer mit Lösemitteln? |
Nicht Schlechter, nur das aufstellen der Fasern ist stärker als bei Lösungsmittellack. Ich habe sogar das Gefühl, das passiert noch bei der zweiten Schicht. Die Pusteln im Lack sind Fasern, die beim Schleifen flach auf das Holz gedrückt wurden oder nun mit Lack ummantelte Staub- und Schleifmittelkörner . Kommen sie mit dem flüssigen Lack in Berührung, dann stellen die Fasern sich auf und werden mit den trockenen Lack natürlich fest. Pusteln eben und die sind auch stärker zu sehen/fühlen, als bei den Nitro- und PUR-Lacken.
holzwurm
king
Nach 3 mal Lack müsste das weg sein. 200-300 Körnung Schleifparier
nehmen. beim ersten mal den Lack 10 % verdünnen -dann unverdünnt. Wichtig ist das der Lack ganz ausgehärtet ist bevor der neue Auftrag erfolgt. Du kannst auch das Holz wässer-einfach nass machen- dann stellen sich die Fasern auch -dann abschleifen. Würde ich aber nicht machen , lieber einmal mehr Lack- wird dadurch auch stabiler.
ABER immer schön aushärten lassen. Bei einkomponenten-Lacken härtet er durch Luftfeuchte ab-je Raum -kann das auch mal länger dauern. Also immer etwa Geduld
king
PS zu oben- du erkennst ob der Lack ausgehärtet ist -wenn beim schleifen ein feiner weisser Staub entsteht der trocken ist
king
Noch n`´ Tip - wenn du fertig bist mit dem Lack und er trocken ist mit einem stückel Seil duch das Loch und etwas Wax hin und her ziehen und dadurch die Oberfläche glatt ziehen(polieren)
bitterzart
Danke für die Tips!
Dann muss ich wohl echt die Arbeit investieren und schleifen, schleifen schleifen.....
Beim wasserlöslichen Lack werd ich bleiben, der lösungsmittelhaltige ist ja dann eh ncoh schlechter und wegen des direkten Hautkontakts ist mir da wohler.
Aber zukünftig verwende ich dann halt lieber doch Harthölzer. Schleifen sich zwar schwerer, aber dafür is es dann auch gut bis auf kleine Nacharbeiten.
Das mit der Möbelpolitur bzw. dem Seil waxen und durchziehen ist auch nicht verkehrt, gute Idee - werd ich ausprobieren!
Bitterzart
holzwurm
Na, die Ausdünstungen der Wasserlackesind schon umweltfreundlicher. Beim Verarbeiten mit der Spritzanlagem (Pistole) sind die Wasserlacke aber wirklich nur mit Maske zu verarbeiten. Der eingeatmete Spritznebel schädigt die Lunge weit mehr als bei den PUR-Lacken. Und wie es mit den Inhaltsstoffen der Lacke aussieht? Die Wasserlacke sind nicht wirklich aus anderen Stoffen zusammengesetzt.
Wasserlack ist auch nicht automatisch Bio-Lack oder Umweltfreundlich. Um da sicher zu gehen, müssen die Lacke eine Zulassung für Kinderspielzeug oder Lebensmittelechtheit haben. Der Umweltengel bezieht sich da wohl eher auf die Lösungsmittel.
Alles in Allem hab ich aber auch die Erfahrung gemacht, dass eine Oberfläche mit einen Lackröllchen und drei Schichten Wasserlack im Keller besse Ergebnisse bringen, als die Lösungsmittel Lacke. Und schon die Geruchsbelästigung ist da ein erheblicher Vorteil.
holzwurm
king
Ich arbeite lieber mit lösungsmittelhaltigem Siegellack -wenn es denn sein muss- an sonsten Hartöl. Clou Siegellack, ein Komponenten Lack-der ist halt in wenigen Minuten Staubtrocken.
anthropozentrik
Der Beitrag ist zwar schon etwas älter, aber ich hab seit ein paar Tagen noch einen guten Tipp was genau dieses Problem angeht.
Schaut euch für solche Sachen mal die "Schnellschleif-Grundierung" von Clou an. Habe damit Borhlöcher in FiTa Baumwollseil-tauglich hinbekommen mit recht geringem Aufwand. Einfach so anwenden wie es auf der Flasche steht, evtl. noch einmal etwa feiner schleifen (400).
Bekannter von mir nutzt es beim Selbstbau von Pfeifen nach dem Beizen, wo auch immer das Problem auftaucht, dass sich nochmal Fasern aufstellen.