Jagdwolf
Meine Kleine sollte ein neues Halsband bekommen. Nun ist man ja anspruchsvoll und auch irgendwo ein Designfetischist, also kamen die üblichen Schnallen nicht in Frage.
Ich erinnerte mich an die Steckschließen, die man von Taschen, Rucksäcken und Gurtbändern kennt. Eine Recherche auf eBay ergab, dass es diese auch in Metall gibt. Der Preis von rund 15 Euro für 5 Stück inkl. Porto schien mir gerechtfertigt, also schlug ich zu.
Dazu habe ich noch Spaltlederriemen mit 19 mm und 28 mm Breite und einer Dicke von 2,5 mm gekauft. Ausserdem natürlich noch D-Ringe und den O-Ring für vorne drauf.
Da meine Kleine eine Nickelallergie hat und die mit den nickelhaltigen Doppelhohlnieten kollidiert, habe ich mich für ein Futter aus Kunstleder entschiede. Kunstleder hatte ich noch in ausreichender Menge da.
Ich habe damit angefangen, einen Streifen Kunstleder zurechtzuschneiden, der in der Länge dem Halsumfang meiner Kleinen entspricht und habe noch einige Zentimeter hinzugefügt. Die Breite habe ich mit ca. 60 mm veranschlagt. Nun habe ich den Streifen der Länge nach so gefaltet, dass die Kanten aufeinander liegen und die Seite mit dem Kunstleder innen liegt.
Dann habe ich an der langen Seite entlang genäht.
Den so entstandenen Schlauch habe ich vorsichtig mit Hilfe eines Gewindestahls wieder umgestülpt.
Dann folgte ein kurzer Exkurs in die von allen geliebte Welt der Mathematik:
Die Länge des Schlauchs bildet den Umfang eines Kreises. Dieser ist identisch mit dem inneren Umfang des ersten, breiten Spaltlederriemens. Um die Länge des zweiten, schmalen Spaltlederriemens zu errechnen, habe ich aus dem Umfang des Schlauchs den Radius berechnet und ihm die Materialstärke des ersten Riemens hinzugefügt und daraus dann wieder den neuen Umfang berechnet. Ich habe dann noch einige Zentimeter mehr abgeschnitten, da ja noch Schnallen und D-Ringe angebracht werden sollten. Etwa 5 Zentimeter sind ausreichend.
Da nun alle Materialien abgelängt waren, war es an der Zeit, alles zu verbinden.
Auf dem breiten Riemen habe ich zuerst die künftigen Löcher für die Nieten (4 an jedem Ende) angezeichnet und das auf beide Enden übertragen. Im Anschluss habe ich mit einer Lochpfeife und einem Hammer die Löcher ins Leder getrieben. Die so entstandene Schablone habe ich auf den Kunstlederschlauch gelegt und die Löcher auch hier angezeichnet. Natürlich habe ich dabei die künftige Rundung beachtet und den Schlauch und den Riemen zu einem Kreis zusammengelegt und kurz festgehalten.
Nun schnell die Löcher ins Kunstleder getrieben (nur durch eine Seite des Schlauchs) und zum schmalen Riemen gegriffen.
Die Teile der Schließe und die D-Ringe drauf geschoben und dann die Enden jeweils so weit um den Steg der Schließe gezogen, dass gerade genug Platz für die Nieten ist. Das ganze Konstrukt habe ich passend auf den breiten Riemen gelegt und die Löcher übertragen und dann ins Leder getrieben. Die Abstände für die 4 Löcher, die ja später die D-Ringe halten werden, habe ich durch Rumprobieren herausgefunden. anderthalb bis zwei Zentimeter haben sich bewährt.
Im Anschluss habe ich mittig auf dem schmalen Riemen noch das Loch für den O-Ring vorne angezeichnet und ins Leder getrieben. Ebenso die Löcher für die beiden Nieten rechts und links davon.
Jetzt kommt mein fataler Fehler, den ich nicht vorenthalten will: Ich habe zuerst alles vernietet und dann vernäht. Das ist extrem unpraktisch. Wenn ihr das nachbaut, vernäht zuerst alles und nietet dann.
Zum Vernieten: Die Unterseite der Niete habe ich durch die Löcher im Kunstleder gesteckt und die Riemen draufgelegt. Die Oberseite der Niete aufgesetzt und dann habe ich das ganze einfach mit einem Stück Spaltleder obendrauf und einem Blech unten drunter mit dem Hammer bearbeitet, bis die Nieten fest waren.
Anschließend habe ich mit der Nähahle alles mehr oder weniger hübsch vernäht.
Jetzt kommt die Kür: Die Nasen der Schließe sind etwas breiter als 4 mm. Was böte sich mehr an, als eine Bohrung hinein zu machen, um ein kleines Vorhängeschloss durchzustecken? Eben, nichts. Also den Dremel ausgepackt und vorsichtig die Bohrung gemacht. Da die Nase nun aber doch etwas sehr breit ist, habe ich dann mit dem Fräskopf noch etwas Material am Rand abgetragen, damit das Schloss leichter durchzufädeln ist.
EDIT:Beitrag geändert und verschoben auf Wunsch des Autors. holzwurm
Und fertig.
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Ich erinnerte mich an die Steckschließen, die man von Taschen, Rucksäcken und Gurtbändern kennt. Eine Recherche auf eBay ergab, dass es diese auch in Metall gibt. Der Preis von rund 15 Euro für 5 Stück inkl. Porto schien mir gerechtfertigt, also schlug ich zu.
Dazu habe ich noch Spaltlederriemen mit 19 mm und 28 mm Breite und einer Dicke von 2,5 mm gekauft. Ausserdem natürlich noch D-Ringe und den O-Ring für vorne drauf.
Da meine Kleine eine Nickelallergie hat und die mit den nickelhaltigen Doppelhohlnieten kollidiert, habe ich mich für ein Futter aus Kunstleder entschiede. Kunstleder hatte ich noch in ausreichender Menge da.
Ich habe damit angefangen, einen Streifen Kunstleder zurechtzuschneiden, der in der Länge dem Halsumfang meiner Kleinen entspricht und habe noch einige Zentimeter hinzugefügt. Die Breite habe ich mit ca. 60 mm veranschlagt. Nun habe ich den Streifen der Länge nach so gefaltet, dass die Kanten aufeinander liegen und die Seite mit dem Kunstleder innen liegt.
Dann habe ich an der langen Seite entlang genäht.
Den so entstandenen Schlauch habe ich vorsichtig mit Hilfe eines Gewindestahls wieder umgestülpt.
Dann folgte ein kurzer Exkurs in die von allen geliebte Welt der Mathematik:
Die Länge des Schlauchs bildet den Umfang eines Kreises. Dieser ist identisch mit dem inneren Umfang des ersten, breiten Spaltlederriemens. Um die Länge des zweiten, schmalen Spaltlederriemens zu errechnen, habe ich aus dem Umfang des Schlauchs den Radius berechnet und ihm die Materialstärke des ersten Riemens hinzugefügt und daraus dann wieder den neuen Umfang berechnet. Ich habe dann noch einige Zentimeter mehr abgeschnitten, da ja noch Schnallen und D-Ringe angebracht werden sollten. Etwa 5 Zentimeter sind ausreichend.
Da nun alle Materialien abgelängt waren, war es an der Zeit, alles zu verbinden.
Auf dem breiten Riemen habe ich zuerst die künftigen Löcher für die Nieten (4 an jedem Ende) angezeichnet und das auf beide Enden übertragen. Im Anschluss habe ich mit einer Lochpfeife und einem Hammer die Löcher ins Leder getrieben. Die so entstandene Schablone habe ich auf den Kunstlederschlauch gelegt und die Löcher auch hier angezeichnet. Natürlich habe ich dabei die künftige Rundung beachtet und den Schlauch und den Riemen zu einem Kreis zusammengelegt und kurz festgehalten.
Nun schnell die Löcher ins Kunstleder getrieben (nur durch eine Seite des Schlauchs) und zum schmalen Riemen gegriffen.
Die Teile der Schließe und die D-Ringe drauf geschoben und dann die Enden jeweils so weit um den Steg der Schließe gezogen, dass gerade genug Platz für die Nieten ist. Das ganze Konstrukt habe ich passend auf den breiten Riemen gelegt und die Löcher übertragen und dann ins Leder getrieben. Die Abstände für die 4 Löcher, die ja später die D-Ringe halten werden, habe ich durch Rumprobieren herausgefunden. anderthalb bis zwei Zentimeter haben sich bewährt.
Im Anschluss habe ich mittig auf dem schmalen Riemen noch das Loch für den O-Ring vorne angezeichnet und ins Leder getrieben. Ebenso die Löcher für die beiden Nieten rechts und links davon.
Jetzt kommt mein fataler Fehler, den ich nicht vorenthalten will: Ich habe zuerst alles vernietet und dann vernäht. Das ist extrem unpraktisch. Wenn ihr das nachbaut, vernäht zuerst alles und nietet dann.
Zum Vernieten: Die Unterseite der Niete habe ich durch die Löcher im Kunstleder gesteckt und die Riemen draufgelegt. Die Oberseite der Niete aufgesetzt und dann habe ich das ganze einfach mit einem Stück Spaltleder obendrauf und einem Blech unten drunter mit dem Hammer bearbeitet, bis die Nieten fest waren.
Anschließend habe ich mit der Nähahle alles mehr oder weniger hübsch vernäht.
Jetzt kommt die Kür: Die Nasen der Schließe sind etwas breiter als 4 mm. Was böte sich mehr an, als eine Bohrung hinein zu machen, um ein kleines Vorhängeschloss durchzustecken? Eben, nichts. Also den Dremel ausgepackt und vorsichtig die Bohrung gemacht. Da die Nase nun aber doch etwas sehr breit ist, habe ich dann mit dem Fräskopf noch etwas Material am Rand abgetragen, damit das Schloss leichter durchzufädeln ist.
EDIT:Beitrag geändert und verschoben auf Wunsch des Autors. holzwurm
Und fertig.
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oO(...wie geht's deinen Blasen anden Händen?)