Datenbankeintrag: Metallringe

Mentheus
Beschreibung:
Hier eine kleine Anleitung wie man sich selbst schnell und einfach viele Ringe selbst machen kann um z.B. ein Kettenhemd zu bauen.

Es ist zwar nicht sehr professionell aber ich habe mir selbst so schon massig Ringe gemacht um meine Ringkleidungen zu bauen.


Benötigt:
  1. Bohrmaschine
  2. Stab/Rohr im innendurchmesser der Ringe
  3. Draht
  4. Metallsäge (je dünneres Blatt desto besser)


Optional
  1. Metallschere
  2. Bohrer
  3. Handschuhe, Schutzbrille und weiteres "Sicherheitswerkzeug"
  4. Auflage (wird weiter unten erklärt)



Anleitung:
Kurz:
Der Draht wird wie eine Feder um die Stange gedreht um dann an einer Seite aufgeschnitten zu werden um die fertigen Ringe zu erhalten.

Ausführlich:
  1. In die Stange wird am besten ein Loch gebohrt durch das der Draht gesteckt wird und etwas umgebogen. (damit er nicht wieder rausrutscht)
  2. Die Stange wird dann in die Bohrmaschine gespannt das das kleine Loch durch das der draht am Anfang kommt ziemlich Nah am Bohrfutter ist.
  3. Wenn man eine kleine Auflage hat auf die man das andere Ende der Stange legen kann oder sogar etwas fixieren kann tut man sich um einiges leichter.
  4. Dann wird die Bohrmaschine auf langsamer Drehzahl angestellt (sollte man beim ersten mal am besten zu zweit testen, mit Übung kann man es dann auch allein)
  5. Der Draht wird dann langsam die Stange entlang geführt das man eine geschlossene Feder erhält. (in Fachkreisen wird diese Feder auch "Wurm" genannt)
    Man sollte beim drehen aufpassen das keine doppellagigen Stellen aufkommen aber auch keine Lücken entstehen.
  6. Wenn der gesammte Stab voll ist einfach am Bohrfutter den Draht wieder aus dem Loch ziehen und man kann den gesammten Wurm vom Stab lösen. (man kann auch einfach die erste Windung abknipsen dann hat man das gepfrimmel nicht)
  7. Jetzt muss nurnoch der Wurm an einer Seite entlang durchgesägt werden und schon fallen die einzelnen fertigen Ringe.
    Hier empfielt sich eine sehr dünne Säge um möglicht wenig Verschnitt zu haben.
    (Ich habe am Ende einen Dremel mit Flexscheibe benutzt der auf meiner Werkband festgespannt war und ich den Wurm nur durchschob und auf der anderen Seite die Ringe in meine Box fiehlen)



Erfahrungen / Tipps:
Nachdem ich Angefangen habe meine Ringe zu drehen hatte ich schnell ein händchen fürs drehen und konnte immer schneller werden.
Dadurch das ich das freie Ende meines Stabes zum drehen einspannen konnte ersparte ich mir eine menge Ärger. Bei einem freien Stab schwingt das Ende zunehmend und man kann fehler kaum verhindern.

Auch hab ich immer erst mehrere Wurmer gedreht und diese dann verarbeitet zu Ringen da es sonst recht nervig wird immer die Arbeit zu wechseln.

Nehmt Handschuhe!
Auch wenn sich der Draht kalt anfühlt und schön glatt scheint wird er beim drehen wenn er etwas durch die Hand zieht extrem schnell gut "Warm".

Falls ihr einmal doppelt kommt dann zieht einfach weiter euren Wurm.
Die doppelte Stelle kann dann einfach herausgeschnitten werden.

Mit was man am Ende die Ringe schneidet bleibt jedem überlassen.
Ich habe mit der Säge / Trennscheibe die besten erfahrungen gemacht.
Es gibt auch spezielle Metallscheren doch hat mir die Arbeit damit nicht gefallen und es gingen mir zuviele Ringe wieder kaputt durch die Schere.


Ich hoffe euch wird damit geholfen

Mfg
Mentheus
Zum Eintrag in der Datenbank
mcgyver
Danke für die Anleitung!

Ich hab da nur noch zwei Fragen dazu: Bis zu welcher Drahtstärke bei welchem Material kann man das machen?

Irgendwie erinnere ich mich mal gelesen zu haben, dass man auf ähnliche Weise auch D-Ringe herstellen kann. Weißt du das was?

Gruß
MG
mr-hyde
Je stärker das Material ist, sollte man zudem den Stab um den man wickelt ein wenig kleiner wählen als das endgültige Maß, da die Ringe wieder ein wenig auffedern.
fuuba
@ mcgyver: die Form der Ringe wird durch den Stab bestimmt: für D-Ringe also einen Halbrundstab als Matritze verwenden. Gegebenenfalls musst du den Draht "weichmachen" und hinterher wieder härten.
Mentheus
Also bis zu welcher Drahtstärke es funktioniert kann ich leider nicht sagen da ich nur recht dünne Ringe (bis 1,2mm) drehte.

D-Ringe sind wie fuuba schon sagte kein Problem wenn man einen Halbrundstab als Stab nimmt. (läßt sich aber echt schrottig verarbeiten muss ich sagen)
fuuba
zur Drahtstärke: ich habe auf diese Weise auch schon Messing mit 4 mm Durchmesser verarbeitet. Vorher ausglühen, dann wird es ganz weich und geschmeidig. Nach dem Hartlöten mit Messinglot ( ist eigentlich Schweissen!) sofort in kaltes Wasser werfen und das Messing wird wieder hart.
Bei Nicht-runden Formen kleiner Tip: Die Ecken bzw. Bögen werden schöner/ausgeprägter, wenn man den Draht unter Zuhilfenahme zweier Brettchen und einer Zange eng um die Matrize legt. Allerdings geht dann maschinelles Wickeln nur noch bedingt, d.h. bis zu einem bestimmten Durchmesser (ausprobieren, hängt von verschiedenen Faktoren ab). Andererseits fertigt man in der Größe dann auch keine 100 oder mehr Stück an... mrgreen
dark-light
Der Link zur Datenbank funktioniert nicht.
Ansonsten aber eine praktische Anleitung.
mr-hyde
Zitat:
Original von dark-light
Der Link zur Datenbank funktioniert nicht.

Wenn ein Datenbankeintrag geändert wird, muss er erst wieder freigeschaltet werden.
Hab ich gemacht, sollte nun wieder gehen.
mr-hyde
Mentheus
Zitat:
Original von mr-hyde
Je stärker das Material ist, sollte man zudem den Stab um den man wickelt ein wenig kleiner wählen als das endgültige Maß, da die Ringe wieder ein wenig auffedern.


Achja,
da muss ich halb Wiedersprechen.

Hier kommt es wohl auf die Führungsart des Drahtes an.

Die 2 Mehtoden sind hier: auf zug führen und begleitend führen

das soll im klartext heißen:
Wenn man auf Zug führt mit die drehung der Stange den Draht vom Wickler ziehen und es bleibt immer auf Spannung.
(hier spannt sich der Wurm in sich selbst und es kommt zu keinem aufdrehen)

begleitend führen heißt das der Draht ohne große Spannung einfach um die Stange gebogen wird.
(hier kann es dazu kommen das er sich wieder etwas aufzieht)


Im endeffekt ist ein drehen eines Wurm auf Zug nur bei dünnem Draht möglich oder Sinnvoll da es schon hier eine enorme Kraft benötigt und diese Kraft muss den gesammten Wurm durch gehalten werden.
(meistens nur möglich wenn man die Hand zwischendurch wechseln kann)

Bei mehr als 2mm Drahtstärke halte ich es für unmöglich einen kompletten Wurm auf Zug zu drehen.
king
Auf diese Art stellt man die Ringe für Kettenhemden her -da hat Holzwurm ein guten Eintrag